Finanzsystem robust, KI-Risiken im Fokus
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Finanzsystem robust, KI-Risiken im Fokus

Das britische Finanzsystem zeigt sich widerstandsfähig gegenüber dem Nahost-Konflikt. Gleichzeitig warnt die Bank of England vor wachsenden Risiken durch KI und erhöhte Hebel in Aktienmärkten.

Resilienz trotz globaler Turbulenzen

Das britische Finanzsystem hat sich als widerstandsfähig erwiesen, selbst angesichts des erheblichen makroökonomischen Schocks durch den Nahost-Konflikt.

Dieser Konflikt führte zu einem negativen Angebotsschock für die Weltwirtschaft, mit anfänglich stark steigenden Energie- und Rohstoffpreisen sowie Staatsanleiherenditen.

Die globalen Marktzinsen, einschließlich in Großbritannien, stiegen an, was die Finanzierungsbedingungen verschärfte.

Trotz dieser Volatilität, die auch nach der Unterzeichnung eines Memorandums zwischen den USA und Iran in den Zinsmärkten anhält, konnte das Finanzsystem die britische Realwirtschaft weiterhin stützen.

Haushalte und Unternehmen in Großbritannien zeigen sich robust, und das Bankensystem ist ausreichend stark kapitalisiert und liquide, um sie auch in Stressphasen zu unterstützen.

Die aggregierte Verschuldung von Haushalten und Unternehmen bleibt historisch niedrig, was eine gute Ausgangsbasis für die Absorption von Schocks bietet.

Wachsende Hebel und neue Ri­si­ko­kon­zen­tra­ti­o­nen

Trotz der allgemeinen Widerstandsfähigkeit haben sich mehrere Schwachstellen im Finanzsystem seit Dezember 2025 verstärkt.

Insbesondere der Einsatz von Hebeln an den Aktienmärkten ist erheblich gestiegen, angetrieben durch Hedgefonds und gehebelte ETFs.

Diese Entwicklung birgt Risiken, die sich über Prime Broker und miteinander verbundene Märkte wie Staatsanleihen ausbreiten können.

Die raschen Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) haben ebenfalls neue Risiken für die Finanzstabilität geschaffen, insbesondere im Hinblick auf Cyber- und operationelle Resilienz.

Die Kreditmärkte für KI-bezogene Unternehmen wachsen rasant, was historisch beispiellos ist und die Komplexität sowie Opazität der Schuldstrukturen erhöht.

Zudem bleiben risikoreiche Kreditmärkte, einschließlich Private Credit, anfällig für eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen.

Auch die globalen Staatsanleihemärkte weisen hohe Verschuldungsquoten und einen verstärkten Hebeleinsatz auf, was die Anfälligkeit für plötzliche Stimmungsumschwünge erhöht.

Die unterschätzte Gefahr der Gleichzeitigkeit

Die größte Sorge des FPC gilt der Möglichkeit, dass sich mehrere dieser Schwachstellen gleichzeitig manifestieren könnten, was ihre kombinierten Auswirkungen erheblich verstärken würde.

Insbesondere die Kombination aus hohen Hebeln, konzentrierten KI-Bewertungen und undurchsichtigen Kreditstrukturen schafft ein explosives Gemisch.

Marktteilnehmer müssen dringend ein umfassendes Verständnis ihrer Expositionen und deren Verflechtungen entwickeln, um effektives Risikomanagement zu gewährleisten.

Die laufende Modernisierung des Bankenkapitalrahmens durch den FPC und die PRA ist ein wichtiger Schritt, um die Systemresilienz langfristig zu stärken, doch die unmittelbaren Risiken erfordern erhöhte Wachsamkeit.

Quelle: Financial Stability Report - July 2026

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