Offshore-Hedgefonds erhöhen Non-Bank-Ausfallrisiko
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Offshore-Hedgefonds erhöhen Non-Bank-Ausfallrisiko

Eine neue BOE-Analyse zeigt, dass Offshore-Hedgefonds das Ausfallrisiko im britischen Nichtbanken-Sektor maßgeblich erhöhen. Ihre undurchsichtigen Hebelstrategien in Steueroasen bergen wachsende Risiken für die Finanzstabilität.

Die Risikokarte der Nichtbanken

Die Bank of England (BOE) hat eine umfassende Analyse des Ausfallrisikos im Nichtbanken-Finanzsektor (NBFI) der britischen Märkte durchgeführt.

Die Studie verknüpft Legal Entity Identifier (LEI)-Codes mit NBFI-Klassifikationen und Länderrisikoinformationen, basierend auf Daten aus dem BOE-Handelsregister und den Transaktionsdatenbanken der Financial Conduct Authority (FCA) von 2016 bis 2025.

Dies ermöglichte die Kartierung von über 70 Prozent der Nichtbanken, darunter Vermögensverwalter, Hedgefonds, Versicherer, LDI-Fonds, Geldmarktfonds, Private Equity und Pensionsfonds.

Die Analyse zeigt eine starke Präsenz von EU-basierten NBFIs, während Pensionsfonds hauptsächlich in Großbritannien und den USA angesiedelt sind.

Hedgefonds weisen eine signifikante US- und Offshore-Beteiligung auf.

Obwohl der Gesamtanteil von Offshore-NBFIs mit etwa 4 Prozent relativ gering ist, konzentriert er sich stark auf die Kaimaninseln, die über 60 Prozent dieser Offshore-Einheiten ausmachen.

Rund 75 Prozent der Offshore-Hedgefonds sind auf den Kaimaninseln registriert, was die Komplexität der Risikoüberwachung unterstreicht.

Aus­fall­wahr­schein­lich­keit als Frühwarnsystem

Zur Messung des Ausfallrisikos verwendet die BOE-Studie zukunftsgerichtete Ausfallwahrscheinlichkeitsindikatoren (PDs), die die Wahrnehmung der Kreditwürdigkeit durch Gegenparteien erfassen.

Diese Indikatoren sind besonders relevant für Derivate-, Wertpapierfinanzierungs- und Repo-Märkte, wo NBFIs eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

Steigende PDs können zu verschärften Besicherungsbedingungen führen, was wiederum Liquiditätsengpässe auslösen kann.

Die Analyse nutzt einjährige PD-Schätzungen und PD-implizierte Ratings auf NBFI-Ebene, die von Credit Benchmark stammen.

Die geografische Verteilung des Ausfallrisikos zeigt erhöhte PDs für NBFIs in bestimmten Offshore-Jurisdiktionen, was auf höhere Hebelwirkung, weniger strenge Regulierung und/oder eine Konzentration auf Hochzinsstrategien hindeutet.

Auch in einigen Schwellenländern wie Brasilien und Ostasien ist das Ausfallrisiko gehäuft.

Die durchschnittlichen PDs von Offshore-NBFIs sind im Zeitverlauf deutlich gestiegen und haben sich nach Marktstressphasen von denen anderer Regionen abgekoppelt.

Im Jahr 2025 erreichten die oberen 99. Perzentile der Offshore-PDs rund 500 Basispunkte, verglichen mit unter 200 Basispunkten in anderen Regionen.

Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf Hedgefonds auf den Kaimaninseln zurückzuführen, die verstärkt Hebel und komplexe Derivatstrategien einsetzen.

Bekannte Schwachstellen, neue Dringlichkeit

Die Studie untermauert mit neuen Daten die seit Langem bekannten Risiken durch Offshore-Hedgefonds, die als Haupttreiber des steigenden Ausfallrisikos im Nichtbanken-Sektor identifiziert werden.

Obwohl die Forderungen nach besserer Überwachung, stärkerem Gegenparteirisikomanagement und internationaler Kooperation berechtigt sind, bleibt die Umsetzung aufgrund der komplexen Jurisdiktionen und Lobbyinteressen eine enorme Herausforderung.

Die reine Quantifizierung des Problems löst es nicht, erhöht aber den Druck auf Regulierer, endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen.