BOE: Optimal Policy Projections als MPC-Entscheidungshilfe
Alan Taylor von der Bank of England erläutert die 'Optimal Policy Projections' (OPPs). Diese Modellsimulationen helfen dem geldpolitischen Ausschuss (MPC), Abwägungen zwischen Inflation und Output zu treffen und optimale Pfade zu identifizieren.
Das Dilemma der flexiblen Inflation
Der geldpolitische Ausschuss (MPC) der Bank of England ist gemäß seinem Mandat verpflichtet, Preisstabilität bei einer jährlichen Teuerungsrate von 2 Prozent zu gewährleisten.
Gleichzeitig erkennt das Mandat an, dass eine zu schnelle Rückführung der Inflation zu unerwünschter Volatilität bei Produktion und Beschäftigung führen kann.
Alan Taylor erläutert, wie die 'Optimal Policy Projections' (OPPs) des Bankpersonals dieses Dilemma adressieren.
Diese modellbasierten Simulationen sollen die besten Ergebnisse hinsichtlich Inflation und Output-Lücke sowie den dafür notwendigen geldpolitischen Pfad aufzeigen.
Sie basieren auf der Phillips-Kurve, die den Zusammenhang zwischen Inflation und der Auslastung der Wirtschaft abbildet, und sind auch dann nützlich, wenn kein direkter Trade-off besteht, um die optimale Politik zu identifizieren.
Modellannahmen und ihre Grenzen
Die 'Optimal Policy Projections' (OPPs) sind ein hochgradig konditionelles Instrument, das die MPC-Prognose als gegeben annimmt.
Taylor betont jedoch, dass OPPs keine perfekte Anleitung sind: Sie ignorieren Unsicherheiten, zeitliche Variationen im geldpolitischen Transmissionsmechanismus und Interaktionen mit anderen Politikern.
Das zugrunde liegende Modell ist eine vereinfachte Version des DSGE-Modells 'Compass', das begrenzte Rationalität nutzt, um das 'Forward Guidance Puzzle' zu dämpfen.
Die Simulationen verwenden eine Verlustfunktion, die Abweichungen von Inflations- und Output-Zielen sowie die Glättung von Zinssatzänderungen berücksichtigt, um stabile und vorhersehbare Politikpfade zu generieren.
Nützliches Werkzeug, kein Orakel
Die 'Optimal Policy Projections' der BOE bieten dem MPC eine wertvolle zusätzliche Perspektive auf geldpolitische Abwägungen.
Ihre Stärke liegt in der Strukturierung komplexer Trade-offs, doch ihre Modellannahmen erfordern stets eine kritische Einordnung.
Für die Praxis bedeutet dies eine verbesserte Diskussionsgrundlage, aber keine Automatisierung der Entscheidungsfindung.