Bailey warnt vor Fragmentierung: Offene Wirtschaften unter Druck
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Bailey warnt vor Fragmentierung: Offene Wirtschaften unter Druck

Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England, warnt vor den Gefahren einer fragmentierten Weltwirtschaft. Er betont die Notwendigkeit, offene Wirtschaften und multilaterale Institutionen zu stärken, um globalen Ungleichgewichten entgegenzuwirken.

Vier Gegenwinde bremsen globale Kooperation

Die internationale Zusammenarbeit wird durch vier starke Gegenwinde erschwert.

Erstens befinden wir uns seit etwa 15 Jahren technologisch zwischen großen 'Schüben' der Produktivität – der nächste wird voraussichtlich von KI und Robotik ausgehen.

Zweitens belasten alternde Bevölkerungen das Wachstum und die Fiskalressourcen.

Drittens steigen die Verteidigungsausgaben, was ebenfalls fiskalischen Druck erzeugt.

Viertens wirken klimabedingte Wirtschaftsschocks und die politischen Reaktionen darauf wachstumshemmend.

Auch die Rückkehr der Industriepolitik, die in den 1980er Jahren in Ungnade fiel, trägt zu globalen Ungleichgewichten bei, insbesondere wenn sie mit relativ geschlossenen Kapitalbilanzen einhergeht.

Die Bank of England plant, im Frühjahr eine Mitarbeiterarbeit zu diesem Thema zu veröffentlichen.

Das fragile Fundament offener Märkte

Offene Volkswirtschaften brauchen ein internationales Regelsystem, das nationale Unterstützung erfordert.

Es gibt eine Spannung zwischen Globalisierung und nationalen Zielen.

Das System muss robust und flexibel sein, was internationale Finanzinstitutionen (IFIs) durch ihre Anpassungsfähigkeit bewiesen haben.

Kollektive Führung der Mitgliedsländer ist entscheidend.

Der Fokus der Spannungen hat sich von monetären Beziehungen zum Handel verlagert, da dieser Fairness- und Gleichheitsfragen direkter berührt.

'Ein Teil des Zwecks internationaler Agenturen ist es, uns von Zeit zu Zeit zu sagen, was wir nicht hören wollen', so Bailey.

Mehr als nur Worte: Taten sind gefragt

Bailey fordert, die Vorteile robuster wirtschaftlicher Offenheit für Wachstum und Wohlstand kontinuierlich zu betonen.

Es sei entscheidend, in multilaterale Institutionen zu investieren und sie bei Bedarf anzupassen, um globale Stabilität zu sichern.

Der nächste große Produktivitätsschub durch KI und Robotik muss ermöglicht werden, wobei Folgen wie die Entwicklung von Fähigkeiten sensibel zu managen sind.