UK-Inflation: Ölpreisschocks wirken stärker über 3,1 Prozent
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UK-Inflation: Ölpreisschocks wirken stärker über 3,1 Prozent

Eine neue BOE-Studie identifiziert Inflationstransitions bei 3,1 und 3,5 Prozent im UK. Ölpreisschocks wirken oberhalb dieser Schwellen deutlich stärker, verstärkt durch Haushaltserwartungen und angespannte Arbeitsmärkte.

Inflation: Schocks wirken nicht-linear

Die jüngste Inflationswelle 2022–23 zeigte, dass Schocks nicht immer linear wirken.

Eine neue Studie der Bank of England nutzt ein Self-Exciting Threshold Vector Autoregression (SET-VAR) Modell, um nicht-lineare Inflationsdynamiken im UK zu analysieren.

Die Autoren identifizieren Schwellenwerte für die jährliche Verbraucherpreisinflation (CPI) von etwa 3,1 Prozent (ab 1989) und 3,5 Prozent (ab 1976).

Oberhalb dieser Schwellen ändern sich die Inflationsdynamiken signifikant.

Insbesondere haben Ölpreiserhöhungen, die durch globale Angebotsnachrichten ausgelöst werden, in Hochinflationsregimen wesentlich größere und hartnäckigere Auswirkungen auf die UK-CPI-Inflation.

Erwartungen und angespannte Märkte

Die Verstärkung der Inflationseffekte in Hochinflationsregimen ist maßgeblich auf Zweitrundeneffekte zurückzuführen, die über die Inflationserwartungen der Haushalte wirken.

Gegenfaktische Simulationen zeigen, dass die Inflationsreaktionen deutlich ähnlicher über die Regime hinweg wären, wenn die Erwartungen konstant gehalten würden.

Die stärkste Verstärkung tritt auf, wenn erhöhte Inflation mit angespannten Arbeitsmärkten zusammenfällt.

Das SET-VAR-Modell wird bei der Bank of England bereits zur Einschätzung nicht-linearer Inflationsdynamiken und zur Quantifizierung von Schockauswirkungen genutzt.

Erwartungen als Brand­be­schleu­ni­ger

Diese Studie liefert entscheidende Einblicke in die Komplexität moderner Inflationsdynamiken.

Sie bestätigt, dass die Inflationserwartungen der Haushalte in Hochinflationsphasen nicht nur passiv reagieren, sondern aktiv als Brandbeschleuniger wirken.

Für Zentralbanken bedeutet dies, dass die Kommunikation und das Management von Erwartungen in solchen Regimen noch kritischer werden, um Zweitrundeneffekte zu verhindern.