Krypto-Assets: BOE aktualisiert aufsichtsrechtliche Erwartungen
Die Bank of England (BOE) hat ihre Erwartungen zur aufsichtsrechtlichen Behandlung von Krypto-Assets aktualisiert. Das Schreiben ersetzt die vorläufige Guidance von 2022 und ermöglicht eine risikosensiblere Einstufung bestimmter Token-Assets.
Von pauschal zu risikosensibel
Die Prudential Regulation Authority (PRA) der BOE hat ihre Guidance für Banken und Investmentfirmen zu Krypto-Assets angepasst.
Während das Schreiben von 2022 einen pauschal konservativen Ansatz betonte, erkennt die aktuelle Fassung an, dass sich der Markt und die Technologien weiterentwickelt haben.
Innovationen bei Token-Assets und Stablecoins bieten Effizienzpotenziale, erfordern aber auch effektive Regulierungsrahmen.
Die PRA verweist auf den internationalen Standard des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht (BCBS), der eine detailliertere Risikobetrachtung ermöglicht.
Die neuen Erwartungen sind weiterhin vorläufig und sollen erst nach Abschluss einer BCBS-Überprüfung in einem Konsultationspapier, frühestens 2028, in ein endgültiges Rahmenwerk überführt werden.
Gleiches Risiko, gleiche Regulierung
Für tokenisierte traditionelle Vermögenswerte verfolgt die PRA den Ansatz „gleiches Risiko, gleiches Regulierungsergebnis“.
Das bedeutet, dass diese Assets grundsätzlich dieselbe aufsichtsrechtliche Behandlung erhalten wie ihre nicht-tokenisierten Äquivalente, sofern die rechtlichen Rechte identisch und die zugrunde liegenden Risiken vergleichbar sind.
Die PRA ermutigt Firmen, sich auf die Risikomerkmale und ganzheitlichen Ergebnisse zu konzentrieren, anstatt auf die spezifische Technologie.
Dies gilt auch für digitale Emissionen innerhalb der Digital Securities Sandbox (DSS) der BOE, wie etwa das Digital Gilt Issuance Pilot der britischen Regierung, das eine Behandlung analog zu traditionellen Staatsanleihen erhalten soll.
Notwendige Anpassung, langsames Tempo
Die Aktualisierung der BOE-Erwartungen ist ein notwendiger Schritt, um mit der rasanten Entwicklung im Krypto-Sektor Schritt zu halten.
Sie signalisiert eine pragmatischere Haltung, die zwischen verschiedenen Krypto-Asset-Typen differenziert.
Allerdings zeigt der Zeitplan für ein endgültiges Rahmenwerk – frühestens 2028 – die Herausforderung, Regulierung und Innovation in Einklang zu bringen.