PRA balanciert Regulierung von Verbriefungen neu aus
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PRA balanciert Regulierung von Verbriefungen neu aus

Die britische Aufsichtsbehörde PRA überprüft die Regulierung von Verbriefungen umfassend. Ziel ist eine Balance zwischen Finanzstabilität und Wirtschaftswachstum, um frühere Über- und Unterregulierung zu korrigieren.

Die Suche nach dem Mittelweg

Es ist unbestreitbar, dass Verbriefungen vor der globalen Finanzkrise (GFC) unterreguliert und seither überreguliert waren.

Dies führte dazu, dass wichtige Vorteile, wie die Umwandlung illiquider Kreditportfolios in Finanzierungen oder der Risikotransfer, nicht voll ausgeschöpft wurden.

Die Prudential Regulation Authority (PRA) strebt nun einen optimalen Mittelweg an, indem sie die Verbriefungspolitik ganzheitlich betrachtet.

Ziel ist es, die richtige Balance zu finden und den Beitrag der Verbriefung zur Wettbewerbsfähigkeit und zum Wachstum zu maximieren.

Die PRA vermeidet dabei zwei Extreme: Eine übermäßig laxe Regulierung ('Hook nach links'), die zu unerkannter Komplexität und schlechter Kreditvergabe führen könnte, wie vor der GFC.

Und eine übermäßig restriktive Sichtweise ('Shank nach rechts'), die Verbriefungen als einzigartig riskant ansieht und unnötig Wachstumsvorteile opfert.

Der richtige Weg erfordert eine Politik, die sowohl die primäre Sicherheit und Solidität als auch die sekundäre Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstumsziel berücksichtigt.

Prudenzielle Regeln: Risiko-sensibel und fair

Die PRA hat ihre prudenzielle Herangehensweise an Verbriefungen angepasst, um sie fairer und risikosensibler zu gestalten.

Unternehmen kritisierten den Standardansatz (SA) im Basler Abkommen als zu konservativ, was durch eine Konsultation (DP3/23) und Datenauswertung bestätigt wurde.

Die PRA entschied sich für eine ausgewogenere Kalibrierung des SA, anstatt eine Ausnahme von der Output-Untergrenze zu schaffen.

Dieser Ansatz kommt SA- und IRB-Firmen zugute und fördert Wettbewerb und Wachstum.

Elemente aus dem IRB-Rahmenwerk wurden für den SA übernommen, um die Lücke zu Basel zu begrenzen und die Überkalibrierung zu adressieren.

Dies verbessert die Sicherheit und Solidität effektiver.

Trotz des Werts auf Basel-Konsistenz wurden Anpassungen vorgenommen, die auch in der EU und den USA in ähnlicher Weise zu beobachten sind.

Mehr Pragmatismus, weniger Bürokratie

Die PRA reformiert Verhaltens- und Compliance-Anforderungen, weg von präskriptiven Post-GFC-Regeln hin zu Kernprinzipien wie Interessenabgleich und Transparenz.

Ziel ist ein effizienteres und flexibleres britisches Verbriefungsregime durch den Abbau unnötiger Barrieren, ohne den Anlegerschutz zu schwächen.

Dieser pragmatische Ansatz zeigt, wie robuste Kapitalanforderungen und proportionale Schutzmaßnahmen Verbriefungen als wertvolles Instrument für Wachstum und Stabilität nutzen können.