Bausparkassen-Aufsicht: Mehr Proportionalität, weniger Kosten
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Bausparkassen-Aufsicht: Mehr Proportionalität, weniger Kosten

Charlotte Gerken von der Bank of England (BOE) betont Fortschritte in der Aufsicht über Bausparkassen. Sie hebt regulatorische Anpassungen hervor, die auf mehr Proportionalität und Effizienz abzielen.

Weniger Bürokratie, mehr Flexibilität

Die PRA hat signifikante regulatorische Anpassungen für Bausparkassen vorgenommen, um Bürokratie abzubauen und Flexibilität zu erhöhen.

So wurde die Building Societies Sourcebook SS20/15 am 5. Dezember 2025 zurückgezogen, was den Instituten mehr Eigenverantwortung bei der Risikosteuerung gibt und Kosten reduziert.

Zudem ist die gemeinsame PRA/FCA Scale Up Unit einsatzbereit, um wachsende Firmen bei regulatorischen Prozessen zu unterstützen; eine Bausparkasse zählt zu den ersten Teilnehmern.

Die De-minimis-Schwelle für LTI-Flusslimits wurde im Juli letzten Jahres erhöht, und eine Konsultation zur Aufhebung der 15-Prozent-Obergrenze für hochverzinsliche Kredite auf Firmenebene läuft.

Auch der 'Strong and Simple'-Rahmen wurde mit PS20/25 abgeschlossen, wodurch Kapitalanforderungen für Small Domestic Deposit Takers (SDDTs) präziser werden.

Alle berechtigten Bausparkassen haben sich diesem Rahmen angeschlossen.

Die Ergebnisse einer Überprüfung der Pillar 2-Anforderungen werden im dritten Quartal 2026 erwartet, mit Wirksamkeit ab dem 1. Januar 2027.

Kapitalplanung und Kostendruck

Die Kapitalausstattung der Bausparkassen ist stark, doch Unsicherheiten bei den Anforderungen führen zu übermäßigen Vorsorgepuffern.

Die PRA und der Financial Policy Committee (FPC) überarbeiten daher den Kapitalrahmen, um Pufferzweck und -nutzbarkeit im Stressfall zu klären und die Verfügbarkeit externen Kapitals zu verbessern.

Ein weiterer Druckpunkt sind die Betriebskosten, insbesondere für kleinere Institute, die in IT und Personal investieren müssen.

Die Aufsicht strafft ihren Ansatz: Die Betreuung nicht-systemischer Bausparkassen wird in einer Abteilung gebündelt, und alle Aufsichtsaktivitäten erfolgen künftig in einem zweijährigen Zyklus.

Das 'Future Banking Data'-Programm zielt darauf ab, die Datenerfassung zu optimieren und Kosten für die Firmen zu senken.

Wachstum mit Verantwortung

Die Rede signalisiert eine Verschiebung hin zu einem flexibleren, aber auch anspruchsvolleren Aufsichtsregime für Bausparkassen.

Während die BOE das Wachstum fördern will, liegt die Verantwortung für ein robustes Risikomanagement in einem unvorhersehbaren Umfeld klar bei den Instituten selbst.

Der Fokus auf 'nachhaltiges Wachstum' unterstreicht den vorsichtigen Optimismus der Aufsicht, die Innovation und Stabilität gleichermaßen gewichtet.