Rekordumsatz und T+1-Risiken im Fokus der FXJSC-Sitzung
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Rekordumsatz und T+1-Risiken im Fokus der FXJSC-Sitzung

Der globale FX-Umsatz erreichte 9,6 Billionen Dollar, während die Londoner FXJSC-Sitzung Marktvolatilität, die T+1-Umstellung und die Rolle von FX-Optionen diskutierte. Die Teilnehmer bewerteten die Resilienz des Marktes und zukünftige Herausforderungen.

FX-Markt trotzt Volatilität mit Rekordumsatz

Die jüngste Sitzung des London Foreign Exchange Joint Standing Committee (FXJSC) unter dem Vorsitz von Andrea Rosen (Bank of England) beleuchtete die Entwicklungen an den Devisenmärkten.

Mani Natarajan und David Adams von Morgan Stanley präsentierten eine Übersicht, die zeigte, dass die Volatilität vom April 2025 weitgehend abgeklungen ist.

Die Normalisierung des Marktes erfolgte schneller als nach der Covid-19-Pandemie oder dem Zinserhöhungszyklus 2022.

Trotz einer grundsätzlich positiven Aussicht für Risikoanlagen im Jahr 2026 wiesen die Experten auf erhebliche Marktunsicherheiten und Tail-Risiken hin.

Die Performance des US-Dollars bleibt demnach sensibel gegenüber Veränderungen der Realzinsen und Aktienmärkte.

Muna Lisimba von der Bank of England präsentierte zudem vorläufige Ergebnisse der dreijährlichen BIZ-Umfrage zum FX-Umsatz.

Demnach erreichte der globale FX-Umsatz einen Rekordwert von 9,6 Billionen US-Dollar, angetrieben durch gestiegene Aktivitäten in Spot-, Forwards- und Optionsgeschäften.

Der US-Dollar behauptete seine dominante Position und war in der Mehrheit der Transaktionen vertreten, wobei USD/EUR, USD/JPY und USD/GBP die meistgehandelten Währungspaare weltweit blieben.

Das Komitee erörterte, wie die globale Fiskal- und Geldpolitik die Aussichten für die FX-Märkte im Jahr 2026 weiter beeinflussen könnte und stellte die Resilienz des FX-Marktes im Jahr 2025 fest, der trotz Phasen der Volatilität geordnet funktionierte.

T+1-Umstellung und Optionenmarkt im Wandel

Neehal Shah und Oliver Brennan von BNP Paribas informierten über die Entwicklungen im FX-Optionsmarkt, der sich seit 2010 etwa verdoppelt hat.

EUR/USD-Optionen halten weiterhin den größten Marktanteil, während USD/CNY-Optionen im letzten Jahrzehnt einen signifikanten Anstieg verzeichneten.

Brennan diskutierte auch strukturelle Veränderungen, darunter erhöhte börsengehandelte Volumina und die fortschreitende Elektronifizierung.

Shah wies auf ein Herdenverhalten der Investoren hin, wobei die Aktivitäten hauptsächlich ereignisgesteuert waren.

Das Komitee diskutierte FX-Optionspreismodelle und das Potenzial für eine höhere Effizienz bei der Preisgestaltung.

Natalie Lovell von der Bank of England gab ein Update zum Global Foreign Exchange Committee (GFXC), dessen bevorstehende Dezember-Sitzung einen Bericht zur FX-Settlement-Risikogruppe behandeln wird.

Dieser Bericht befasst sich mit der Umstellung auf T+1-Wertpapierabwicklung in Großbritannien, der EU, der Schweiz und Liechtenstein und deren potenziellen Auswirkungen auf den FX-Markt.

Zudem wird IOSCO seine am 3. November 2025 veröffentlichten finalen Pre-Hedging-Leitlinien vorstellen.

Sharon Blackman berichtete über die ISDA-Überprüfung der FX- und Währungsoptionsdefinitionen von 1998, die Ende 2025 abgeschlossen und 2027 implementiert werden soll.

James Kaye informierte über die SWIFT-Migration von MT-Nachrichtenformaten zu strukturierten ISO 20022 MX-Nachrichten am 22. November 2025.

Anpassungsdruck bleibt hoch

Die Protokolle der FXJSC-Sitzung zeichnen das Bild eines robusten, aber gleichzeitig einem tiefgreifenden Wandel unterliegenden Devisenmarktes.

Die Rekordumsätze und die Marktstabilität sind positiv, doch die Diskussionen um T+1-Settlement und die ISDA-Überprüfung unterstreichen die Notwendigkeit adaptiver Infrastrukturen.

Für Marktteilnehmer bedeutet dies eine kontinuierliche Anpassung an neue regulatorische Standards und eine erhöhte Komplexität in der Abwicklung.