Mann: Hartnäckige Inflation erfordert längere Zinspause
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Mann: Hartnäckige Inflation erfordert längere Zinspause

BOE-Gouverneurin Catherine L. Mann sieht aufgrund hartnäckiger Inflation und gemischter Wirtschaftsdaten eine längere Zinspause als nötig an. Sie erläutert, wie neue Forschungsergebnisse ihre jüngsten geldpolitischen Entscheidungen prägten.

Längere Zinspause in Sicht

BOE-Gouverneurin Catherine L. Mann hat ihre geldpolitische Einschätzung aufgrund neuer Daten und des Nahostkonflikts angepasst.

Anfang des Jahres tendierte sie noch zu einer Zinssenkung, nun aber legt sie mehr Gewicht auf die Inflationspersistenz.

Dies deutet auf eine längere Beibehaltung des Leitzinses hin, möglicherweise sogar auf die Notwendigkeit, gegen Inflationsrisiken vorzugehen.

Mann erwartet, dass höhere Energiepreise aufgrund von Wiederaufbau und Lagerauffüllung anhalten werden, was die Inflation vom Zwei-Prozent-Ziel fernhalten könnte.

Die Analyse disaggregierter Daten zeigt gemischte Signale: Inflationserwartungen divergieren zwischen Haushalten, Unternehmen und Märkten.

Auch die Lohnentwicklung variiert stark zwischen öffentlichem und privatem Sektor.

Das Wachstum im öffentlichen Sektor übertrifft weiterhin das des Marktsektors, begleitet von anhaltenden Haushaltsüberschreitungen.

Diese erhöhte Volatilität und Unsicherheit erschweren die Interpretation der Signale für Zentralbanker.

Forschung trifft Realität

Forschungsergebnisse stützen Manns Einschätzung.

Die Inflationsprognose von Februar 2026, die eine Zielerreichung bis Mitte 2026 vorsah, wurde durch fiskalische Maßnahmen und den Nahostkonflikt revidiert.

Letzterer trieb Inflationsprognosen und Haushaltserwartungen in einen nicht-linearen Bereich.

Studien belegen, dass Unternehmen Preise zunehmend zustandsabhängig anpassen, was zu schnellerer, volatilerer Inflation führt.

Die Lohnentwicklung zeigt gemischte Signale: Privates Lohnwachstum entspannt sich, doch das Gesamtwachstum bleibt wegen des öffentlichen Sektors und Boni hoch.

Mann warnt vor aufgeschobenem Lohndruck.

Zudem haben fiskalische Maßnahmen die freie Kapazität reduziert und bergen weitere Inflationsrisiken.

Zwischen allen Stühlen

Catherine Manns Rede zeigt die enorme Komplexität der aktuellen Geldpolitik auf.

Die Vielzahl gemischter Signale und der wiederauflebende Zielkonflikt zwischen Inflation und Wachstum erschweren klare Entscheidungen erheblich.

Ihre Betonung der Inflationspersistenz und einer längeren Zinspause deutet auf eine restriktive Haltung hin, doch die Datenambiguität könnte zu internen Meinungsverschiedenheiten im MPC führen.