Operative Resilienz: BOE präzisiert Regeln für Zahlungsdienstleister
Die Bank of England (BOE) veröffentlicht ein Supervisory Statement zur operativen Resilienz von Zahlungsdienstleistern. Es präzisiert die Erwartungen an Betreiber anerkannter Zahlungssysteme (RPSOs) und spezifizierte Dienstleister (SSPs).
Zahlungssysteme: Rückgrat der Finanzstabilität
Das Supervisory Statement (SS) der Bank of England (BOE) legt die Erwartungen an die operative Resilienz von Betreibern anerkannter Zahlungssysteme (RPSOs) und spezifizierten Dienstleistern (SSPs) fest.
Es ist nicht für zentrale Gegenparteien (CCPs) oder zentrale Wertpapierverwahrer (CSDs) relevant, da diese bereits anderen spezifischen Anforderungen unterliegen.
Die BOE betrachtet Störungen im Zahlungsverkehr als ein Problem für die Finanzstabilität.
Daher sind Verbesserungen der operativen Resilienz durch den 'Code of Practice' (den Code) von entscheidender Bedeutung.
Der Code ist für die betroffenen Institute bindend, und bei Nichteinhaltung können Durchsetzungsmaßnahmen ergriffen werden.
Für im Ausland ansässige RPSOs und SSPs wird die Anwendbarkeit der Anforderungen von Fall zu Fall geprüft, basierend auf ihrer systemischen Bedeutung im Vereinigten Königreich und der Äquivalenz der lokalen Regulierung.
Widerstandsfähigkeit: Mehr als nur Wiederherstellung
Operative Resilienz beschreibt die Fähigkeit von Finanzmarktinfrastrukturen (FMIs), Störungen zu verhindern, darauf zu reagieren und sich davon zu erholen.
Ein 'wichtiger Geschäftsdienst' ist definiert als ein Dienst, dessen längere Unterbrechung Zahlungssysteme oder die Finanzstabilität erheblich gefährden könnte.
Beispiele hierfür sind Tokenisierung, Abwicklungsanweisungen oder Interbankzahlungen.
RPSOs und SSPs müssen für jeden wichtigen Dienst eine 'Impact Tolerance' festlegen.
Diese Toleranz ist das maximal tolerierbare Ausmaß einer Störung und berücksichtigt neben der Ausfalldauer auch die Anzahl der betroffenen Endnutzer oder das Volumen der gestörten Zahlungen.
Prävention vor Reaktion: Ein Paradigmenwechsel
Das Operational Resilience Framework der BOE betont explizit die Prävention von Störungen, was über traditionelles Business Continuity Management hinausgeht.
Es zielt darauf ab, die Wahrscheinlichkeit operativer Ausfälle zu minimieren und gleichzeitig die Fähigkeit zur Minderung und Wiederherstellung zu stärken.
Dieser umfassende Ansatz lenkt Investitionen in widerstandsfähigere Geschäftsaspekte und markiert einen Paradigmenwechsel in der Risikosteuerung für Zahlungsdienstleister.