Arbeitsmarkt: Früherer Jobstatus verstärkt Schwankungen der Arbeitslosigkeit
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Arbeitsmarkt: Früherer Jobstatus verstärkt Schwankungen der Arbeitslosigkeit

Eine neue Studie der Bank of England zeigt, dass der frühere Arbeitsstatus eines Arbeitslosen dessen Bindung an den Arbeitsmarkt stark beeinflusst. Dies verstärkt die Volatilität der Arbeitslosigkeit, insbesondere in Rezessionen.

Bindung an den Arbeitsmarkt: Der frühere Status zählt

Die zyklischen Bewegungen der Arbeitslosigkeit hängen nicht nur von Jobverlusten und Neueinstellungen ab, sondern auch von der Zusammensetzung der Arbeitslosenpopulation.

Eine Analyse der UK Labour Force Survey (LFS) belegt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Arbeitslose den Arbeitsmarkt verlassen, stark mit Veränderungen in der Zusammensetzung des Pools korreliert.

Arbeiter, die nach einem Jobverlust arbeitslos werden, verlassen den Arbeitsmarkt deutlich seltener als jene, die aus der Inaktivität in die Arbeitslosigkeit wechseln.

Der frühere Arbeitsstatus – ob zuvor beschäftigt oder inaktiv – ist der stärkste Prädiktor für die Bindung an den Arbeitsmarkt, und dies lässt sich nicht durch unterschiedlichen Suchaufwand erklären.

Diese Erkenntnis ist entscheidend, um die Dynamik der Arbeitslosigkeit, wie den starken Anstieg zu Beginn der Großen Rezession, besser zu verstehen.

Modellierung der Arbeitslosigkeits-Volatilität

Motiviert durch diese empirischen Befunde, erweitern die Ökonomen ein Diamond-Mortensen-Pissarides (DMP) Such- und Matching-Modell.

Das erweiterte Modell berücksichtigt eine heterogene Arbeitsmarkt-Bindung unter den Arbeitslosen.

Schwankungen bei Jobtrennungen verändern die Zusammensetzung des Arbeitslosenpools und verstärken die Arbeitslosigkeitsschwankungen im Vergleich zum Standardmodell.

Quantitativ erhöht dieser Mechanismus die Volatilität der Arbeitslosigkeit um etwa 50 Prozent.

Dies hilft dem Modell, den starken Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Beginn der Großen Rezession präzise abzubilden und liefert einen neuen Erklärungsansatz für makroökonomische Schocks.

Verborgene Dynamik entlarvt

Die Studie beleuchtet eine kritische, oft übersehene Dynamik: Der frühere Arbeitsstatus prägt die Bindung an den Arbeitsmarkt und verstärkt die Volatilität der Arbeitslosigkeit.

Die quantitative Bestätigung einer 50-prozentigen Amplifikation der Arbeitslosigkeit ist für makroökonomische Modelle von großer Bedeutung.

Sie fordert eine Neubewertung der Arbeitsmarkt-Analyse, um Schocks präziser zu erfassen.