Rückversicherungen: Strengere Kapitalregeln für Lebensversicherer
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Rü­ck­ver­si­che­run­gen: Strengere Kapitalregeln für Lebensversicherer

Die Bank of England (BOE) plant strengere Kapitalanforderungen für Lebensversicherer, die Funded Reinsurance nutzen. Dies soll eine regulatorische Inkonsistenz beenden und die Resilienz der Branche stärken.

Lagarde wettet auf Zeit

Die Bank of England (BOE) schlägt in einer Konsultation vor, die Kapitalanforderungen für sogenannte Funded Reinsurance neu zu bewerten.

Diese Form der Rückversicherung, bei der britische Lebensversicherer eine hohe Einmalprämie an einen Rückversicherer zahlen, um zukünftige Zahlungen zu erhalten, soll künftig stärker wie andere Anlagen behandelt werden.

Damit wird eine regulatorische Inkonsistenz behoben.

Aktuell halten Unternehmen für durchschnittliche Funded Reinsurance nur 2-4 Prozent des Werts ihrer Rentenverbindlichkeiten als Kapital vor, verglichen mit 11-15 Prozent für ähnliche Investitionen.

Die PRA schätzt, dass die Kapitalhaltung auf etwa 10 Prozent steigen wird, was die Diskrepanz wesentlich reduziert.

Sam Woods, stellvertretender Gouverneur für Prudential Regulation und CEO der PRA, betonte: "Funded Reinsurance wächst rasant und kann die Resilienz von Versicherern untergraben, wenn sie nicht richtig gemanagt wird.

Die heutigen Vorschläge zielen darauf ab, die Ungleichheit in der Regulierung zu beseitigen, Rentner zu schützen und Anreize für Direktinvestitionen in die britische Wirtschaft zu verbessern.

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Das Paradox der Liquiditätshilfe

Britische Lebensversicherer sichern Bulk Purchase Annuities (BPA) zunehmend über Funded Reinsurance ab.

Dabei fließen hohe Prämien an Offshore-Rückversicherer, die Vermögenswerte investieren, welche nicht den britischen Standards entsprechen müssen.

Das Engagement britischer Firmen in Funded Reinsurance beläuft sich auf rund 40 Milliarden Pfund und wächst rasant.

Ein PRA-Stresstest von 2025 zeigte, dass ein weiterer Anstieg dieses Risikos die Solvenzpositionen der Lebensversicherer erheblich beeinträchtigen könnte.

Die neuen Vorschläge zielen darauf ab, das Ausfallrisiko von Rückversicherungs-Gegenparteien stärker an die Behandlung ähnlicher Investitionen anzugleichen.

Dies soll Anreize für Funded Reinsurance reduzieren und stattdessen direkte Investitionen, auch in die britische Wirtschaft, fördern.

Überfällig, aber mit Augenmaß

Die Anpassung der Kapitalanforderungen für Funded Reinsurance ist ein längst überfälliger Schritt, um die Stabilität des britischen Lebensversicherungssektors zu gewährleisten.

Sie adressiert eine klare regulatorische Lücke, die bei weiterem Wachstum zu ernsthaften Risiken für Rentner führen könnte.

Dennoch bleibt abzuwarten, ob die vorgeschlagenen 10 Prozent ausreichen, um die Anreize vollständig zu neutralisieren und eine echte Verlagerung zu direkten UK-Investitionen zu bewirken.