BOE-Studie: Kohlenstoffsteuer steigert Produktivität im Netto-Null-Übergang
Eine neue Studie der Bank of England (BOE) untersucht die Auswirkungen des Übergangs zu Netto-Null-Emissionen im Vereinigten Königreich auf die Produktivität. Mittels eines dynamischen allgemeinen Gleichgewichtsmodells zeigt sie, dass eine Kohlenstoffsteuer die Produktivität steigern kann, obwohl BIP und Arbeitsstunden sinken.
Produktivität steigt trotz sinkendem BIP
In einem neuen Working Paper untersuchen Sandra Batten und Stephen Millard von der Bank of England die Produktivitätseffekte des Übergangs zu Netto-Null-Emissionen im Vereinigten Königreich.
Ihr dynamisches allgemeines Gleichgewichtsmodell zeigt, dass die Einführung einer Kohlenstoffsteuer das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die Gesamtarbeitsstunden reduziert.
Da die Arbeitsstunden jedoch stärker sinken als das BIP, steigt die Produktivität.
Dieser Effekt verstärkt sich, wenn Elektrizität Benzin und Gas besser ersetzen kann, wodurch sich das BIP erholt, während die Arbeitsstunden dauerhaft niedriger bleiben.
Die Autoren finden, dass der Übergang zu Netto-Null-Emissionen voraussichtlich keinen großen Effekt auf das Produktivitätswachstum über den direkten Effekt der Kapitalvertiefung hinaus haben wird, es sei denn, Investitionen in grüne Technologien führen zu signifikanten technologischen Gewinnen in anderen Bereichen der Wirtschaft.
Die Analyse berücksichtigt kurz-, mittel- und langfristige Perspektiven.
Grüne Transformation: Last oder Innovationsmotor?
Der Übergang zu Netto-Null-Emissionen wird die Weltwirtschaft prägen, birgt aber auch makroökonomische Auswirkungen wie höhere Kosten und das Stranden von Kapital in kohlenstoffintensiven Sektoren.
Die Kernfrage ist, ob dieser Wandel die Produktivität mindert oder steigert.
Eine Argumentation sieht einen Wechsel zu weniger effizienten Produktionsmitteln.
Eine Gegenposition betont, dass grüne Technologien bereits effizienter sein können und Kapitalinvestitionen die Produktivität direkt in grünen Industrien sowie durch Spillover-Effekte in der Gesamtwirtschaft ankurbeln.
Das Modell der Autoren untersucht diesen Zielkonflikt über verschiedene Zeithorizonte.
Grüne Dividende bleibt vage
Die Studie beleuchtet die komplexen Produktivitätseffekte des Netto-Null-Übergangs differenziert.
Sie zeigt, dass eine Kohlenstoffsteuer zwar kurzfristig das BIP belasten kann, aber durch Effizienzgewinne in der Arbeitszeit die Produktivität steigert.
Eine breite 'grüne Dividende' durch technologische Spillovers bleibt jedoch fraglich, es sei denn, es gibt signifikante Durchbrüche in der grünen Technologie.