Kapitalpuffer nutzbarer: PRA klärt O-SII-Regeln
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Kapitalpuffer nutzbarer: PRA klärt O-SII-Regeln

Die britische Aufsichtsbehörde PRA präzisiert die Nutzung von O-SII-Kapitalpuffern in Stresszeiten. Ziel ist, Banken zur Kreditvergabe an die Realwirtschaft zu ermutigen.

Ein Puffer für Krisenzeiten

Das Financial Policy Committee (FPC) kündigte im Dezember 2025 an, mit der Prudential Regulation Authority (PRA) und internationalen Behörden zusammenzuarbeiten, um die Nutzbarkeit regulatorischer Kapitalpuffer zu verbessern.

Dies soll Anreize für Banken reduzieren, Kapital über die regulatorischen Anforderungen hinaus zu halten, und so die Kreditvergabe an die Realwirtschaft unterstützen.

Das FPC skizzierte eine Vision für ein einfacheres und effektiveres Kapitalpuffer-Framework, das sich auf einen einzigen, in Stresszeiten freigebbaren Puffer konzentriert, der ohne automatische Ausschüttungsbeschränkungen genutzt werden kann.

Die PRA unterstützt diese Vision und stellt klar, dass sie O-SII-Puffer (Other Systemically Important Institution) im Falle systemischen Stresses freigeben könnte.

Dies würde durch die Ausübung bestehender Ermessensbefugnisse geschehen, um die O-SII-Pufferquoten zu variieren, einschließlich der Festsetzung auf null, in Absprache mit dem FPC.

Eine Freigabe des O-SII-Puffers würde das Kapitalniveau senken, ab dem automatische Ausschüttungsbeschränkungen in Stresszeiten greifen.

Die PRA würde nach einer Freigabe einen indikativen Zeitraum ohne erwartete Erhöhung angeben, um die Nutzung des freigegebenen Kapitals zu ermöglichen.

Die PRA erkennt an, dass die Puffer nach einem Stressereignis über mehrere Jahre wieder aufgebaut werden müssen, um Anreize zur Nutzung des Kapitals nicht zu untergraben.

Das Tempo des Wiederaufbaus würde von der Fähigkeit der Banken abhängen, Kapital wieder aufzubauen und gleichzeitig Kredite an kreditwürdige Haushalte und Unternehmen zu vergeben.

Anreize für die Realwirtschaft

Die Absicht der PRA ist es, die Nutzung von Puffern durch Banken zur Verlustabsorption in Stressperioden zu unterstützen.

Gleichzeitig sollen Anreize für defensive Maßnahmen reduziert werden, wie die Einschränkung der Kreditvergabe an kreditwürdige Haushalte und Unternehmen.

Solche Maßnahmen von Banken können nachteilige Schocks für die Realwirtschaft verstärken und wiederum deren Sicherheit und Solidität beeinträchtigen.

Die PRA wird bei der Bewertung des Wiederaufbaus der Puffer eine Reihe von Faktoren berücksichtigen, darunter die erwartete Entwicklung der wirtschaftlichen Erholung, die vorherrschenden Finanzbedingungen und die Aussichten für das Bankenkapital.

Die PRA beabsichtigt, in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine Konsultation zu vorgeschlagenen Änderungen der Grundsatzerklärung durchzuführen.

Diese Konsultation wird sich auf den Ansatz der PRA zur Implementierung des O-SII-Puffers und damit verbundene Aspekte der Variation der O-SII-Pufferquoten im Falle systemischen Stresses konzentrieren.

Sie wird auch weitere qualitative Leitlinien, wie Beispielszenarien für verschiedene Arten von Stress und Erholung, zu den Wiederaufbauerwartungen enthalten.

Die PRA wird zudem Rückmeldungen von Unternehmen berücksichtigen, dass eine größere Klarheit über die Nutzung des PRA-Puffers außerhalb von Perioden systemischen Stresses die Nutzbarkeit des Puffers verbessern könnte.

Auch ein weiterer Dialog mit relevanten Stakeholdern, einschließlich Investoren und Ratingagenturen, soll das Verständnis der Rolle regulatorischer Kapitalpuffer und deren Funktionsweise unterstützen.

Pragmatischer Schritt, Wirkung abwarten

Die PRA-Klarstellung ist ein pragmatischer Schritt, um die Effektivität von Kapitalpuffern zu erhöhen.

Sie adressiert das Kernproblem, dass Banken in Krisen oft zu defensiv agieren und die Kreditvergabe drosseln.

Ob dies jedoch ausreicht, um die Anreize grundlegend zu ändern und die Realwirtschaft nachhaltig zu stützen, bleibt abzuwarten.