Auslandsgeschäft heimischer Banken steigert Produktivität im Inland
Eine neue Studie der Bank of England (BOE) zeigt, dass das Auslandsgeschäft heimischer Banken die Produktivität der heimischen Wirtschaft steigert. Im Gegensatz dazu führt der Kreditfluss ausländischer Banken nicht zu solchen Verbesserungen.
Produktiver durch globale Bankbeziehungen
Ein neues Working Paper der Bank of England (BOE) untersucht die realwirtschaftlichen Effekte der grenzüberschreitenden Kreditvergabe heimischer Banken auf die Produktivität im Inland.
Die empirische Analyse, die länderübergreifende Sektor- und firmenspezifische Daten aus dem Vereinigten Königreich nutzt, belegt eine vorteilhafte Rolle der Internationalisierung des heimischen Bankensystems.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine höhere Auslandsvergabe heimischer Banken die Produktivität der heimischen Wirtschaft steigert.
Dieser positive Effekt ist besonders stark, wenn Kredite an Unternehmen in fortgeschrittenen ausländischen Volkswirtschaften vergeben werden.
Er ist nicht auf exportierende Firmen beschränkt und in der frühen Phase einer neuen Bankbeziehung ausgeprägter.
Im Gegensatz dazu führt der Zufluss von Krediten ausländischer Banken nicht zu Produktivitätsverbesserungen für die heimische Realwirtschaft; stattdessen ist er tendenziell sogar mit sinkenden Produktivitätsmustern verbunden.
Die Studie identifiziert einen Wissenstransfer-Kanal, bei dem Banken durch ihre Auslandserfahrung ihre Fähigkeit verbessern, heimische Kreditnehmer zu bewerten und zu überwachen.
Wissenstransfer statt Verdrängung
Die Autoren untersuchen zwei gegensätzliche Effekte: Einerseits könnte die grenzüberschreitende Kreditvergabe heimische Kredite verdrängen, da Banken Ersparnisse im Inland für höhere Renditen im Ausland kanalisieren.
Dies könnte negative Produktivitätsfolgen für die heimische Realwirtschaft haben.
Andererseits könnte das durch Auslandsgeschäfte gesammelte Wissen die Fähigkeit heimischer Banken verbessern, inländische Kreditnehmer besser zu prüfen und zu überwachen.
Dies gilt insbesondere für wachstumsstarke, aber finanzierungsbeschränkte Unternehmen.
Die Studie argumentiert, dass dieser Wissens- und Informationsaustausch, der über reine Export-Import-Beziehungen hinausgeht, die Produktivität heimischer Unternehmen steigert.
Die positiven Spillover-Effekte entstehen demnach durch die verbesserte Informationsbasis der Banken, die sie aus ihren internationalen Aktivitäten gewinnen und auf den heimischen Markt übertragen können.
Ein klares Plädoyer für globale Vernetzung
Die Studie liefert eine wichtige empirische Basis für die Debatte um die Vorteile der Finanzglobalisierung.
Sie zeigt, dass eine differenzierte Betrachtung der Herkunft von Auslandskrediten für die Politik entscheidend ist, um die heimische Wirtschaft optimal zu fördern.
Regulierer und Banken sollten die Vorteile globaler Vernetzung strategisch nutzen und den Wissenstransfer maximieren.