Grenzüberschreitende Zahlungen: Bailey mahnt zu mehr Umsetzung
Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England und Vorsitzender des FSB, fordert auf dem FSB Payments Summit mehr Tempo bei der Umsetzung von Reformen für grenzüberschreitende Zahlungen. Trotz Fortschritten sei man weit von den G20-Zielen entfernt.
Erfolge bei Standards, Lücken bei der Umsetzung
Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England und Vorsitzender des FSB, betonte die Fortschritte der G20-Roadmap für grenzüberschreitende Zahlungen, die im Oktober 2020 gestartet wurde.
Er verwies auf konkrete Erfolge wie die Harmonisierung der ISO 20022-Anforderungen, die Ausweitung der RTGS-Betriebszeiten für Zeitzonen-Überlappungen und die Überarbeitung der FATF-Standards für AML/CFT-Informationen.
Diese Maßnahmen haben den Fluss grenzüberschreitender Zahlungen durch konsistentere Daten und schnellere Abwicklung verbessert.
Trotz dieser positiven Entwicklungen zeigt die jüngste Überwachungsstudie des CPMI, dass die Umsetzung in vielen Jurisdiktionen lückenhaft bleibt.
Nur etwa ein Drittel hat Datenschutzgesetze reformiert, und die Akzeptanz von Legal Entity Identifiers (LEIs) ist weiterhin unzureichend.
Dies führt zu begrenzten Verbesserungen für Endnutzer, sodass die G20-Ziele für 2027 noch weit entfernt sind.
Drei Fragen zur hartnäckigen Ineffizienz
Seit über 40 Jahren gelten grenzüberschreitende Zahlungen als langsam, teuer und ineffizient, so Bailey.
Als FSB-Vorsitzender hat er die Reform als Schlüsselpriorität identifiziert.
Die Ineffizienzen können die Fragmentierung des globalen Finanzsystems vorantreiben und dessen Fähigkeit zur Schockabsorption mindern.
Zudem sind Zahlungen eine Kernfunktion des Geldes und somit zentral für die Interessen der Zentralbanken.
Angesichts dieser Herausforderungen stellte Bailey drei Kernfragen: Warum erweist sich die Reform als so schwierig?
Sind die Probleme unüberwindbar?
Und was sind die eigentlichen Ursachen der verbleibenden Probleme?
Umsetzung statt nur Planung
Baileys Rede verdeutlicht die Dringlichkeit, Reformen grenzüberschreitender Zahlungen umzusetzen.
Der geringe Nutzen für Endnutzer erhöht den Druck auf koordinierte Implementierung durch öffentliche und private Akteure.
Dies erfordert einen Fokuswechsel von der Strategie zur gemeinsamen Problemlösung.