Pill: Disinflation auf Kurs, aber Prozess noch nicht abgeschlossen
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Pill: Disinflation auf Kurs, aber Prozess noch nicht abgeschlossen

Huw Pill von der Bank of England sieht die Disinflation auf dem Weg zum Ziel. Er warnt jedoch, dass der Prozess noch nicht vollständig abgeschlossen sein könnte.

Inflation auf Zielkurs bis Q2 2026

Huw Pill, Chefökonom der Bank of England, präsentierte, dass der Disinflationsprozess hin zum Inflationsziel von 2 Prozent auf Kurs ist.

Die Headline-Inflation wird voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2026 das Ziel erreichen, wie die Projektionen des Monetary Policy Report (MPR) vom Februar 2026 zeigen.

Diese Entwicklung wird auch durch eine beobachtete Moderation des Lohnwachstums gestützt.

Die Agents' Pay Survey der Bank of England zeigt sowohl bei den erwarteten als auch bei den realisierten Lohnentwicklungen eine Tendenz zur Abschwächung, was einen wichtigen Faktor für die nachhaltige Rückkehr der Inflation zum Ziel darstellt.

Daten des Office for National Statistics (ONS) und interne Projektionen untermauern diese Einschätzung.

Verbleibende Hürden auf dem Weg

Trotz der positiven Entwicklung ist der Disinflationsprozess laut Pill möglicherweise noch nicht vollständig abgeschlossen.

Verschiedene Indikatoren deuten auf anhaltende Preis- und Lohndrucke hin.

Die Citi/YouGov Inflationserwartungen für ein und fünf bis zehn Jahre im Voraus zeigen, dass die Erwartungen über dem Ziel verharren.

Auch die Dienstleistungsinflation, insbesondere exklusive indexierter und volatiler Komponenten, bleibt erhöht.

Zudem zeigen Umfragen zu Lohnabschlüssen, dass diese weiterhin über den mit dem Inflationsziel konsistenten Raten liegen.

Dies deutet auf zugrunde liegende Preisdynamiken hin, die weitere Beobachtung erfordern.

Geduld bleibt oberstes Gebot

Die Präsentation von Huw Pill unterstreicht die ambivalente Lage der britischen Wirtschaft: Headline-Inflation sinkt, doch hartnäckige Preis- und Lohndrucke bleiben bestehen.

Dies bedeutet, die Bank of England muss trotz des Fortschritts weiterhin eine vorsichtige Haltung einnehmen, um eine zweite Inflationswelle zu vermeiden.

Für die Märkte ist dies ein klares Signal, dass Zinssenkungen zwar in Sicht sind, aber nicht überstürzt werden.