BOE-Studie: NBFI-Liquidität für Banken teurer
Eine neue BOE-Studie zeigt: Nicht-Banken (NBFIs) sind die wichtigsten Liquiditätsgeber für britische Banken im Übernacht-Repo-Markt. Ihre Finanzierung wurde nach 2022 teurer und volatiler.
NBFIs als Hauptversorger der Banken
Eine neue Studie der Bank of England (BOE) beleuchtet die entscheidende Rolle von Nicht-Banken (NBFIs) bei der Liquiditätsversorgung großer britischer Banken.
Im bilateralen Übernacht-Gilt-Repo-Markt stellen NBFIs sechs- bis zwölfmal mehr Liquidität bereit als traditionelle Interbanken-Kreditgeber.
Die Autoren Elio Cucullo, Andrew Clare und Angela Gallo nutzten dafür proprietäre Transaktionsdaten der BOE.
Vor 2022 war die NBFI-Finanzierung mit durchschnittlich -7 Basispunkten günstiger als der Interbankenmarkt.
Nach 2022 kehrte sich dieser Trend um: Die Finanzierung durch NBFIs wurde mit durchschnittlich +10 Basispunkten teurer und volatiler.
Diese Verschiebung deutet auf eine veränderte Dynamik in der Finanzierungslandschaft hin, die über traditionelle Interbankenbeziehungen hinausgeht und neue Risikokanäle eröffnet.
Zwei Kanäle für höhere Kosten
Die Studie identifiziert zwei Mechanismen, die die Preisgestaltung der NBFI-Liquidität beeinflussen.
Erstens einen Opportunitätskosten-Kanal: Steigende kurzfristige Zinsen veranlassen NBFIs, höhere Liquiditätskosten an die Banken weiterzugeben.
Zweitens einen Bilanzierungsrestriktions-Kanal: Eine geldpolitische Straffung komprimiert die Bilanzkapazität von NBFIs heterogen, erhöht die Schattenkosten der Liquidität und verstärkt die Volatilität des Preisaufschlags.
Diese Effekte sind besonders ausgeprägt bei Investmentfonds, Versicherern und Pensionsfonds, die durch Mark-to-Market-Verluste auf langlaufende Vermögenswerte betroffen sind.
Verborgene Risiken im Schattenbankensektor
Die Studie deckt eine kritische, bisher unterschätzte Abhängigkeit der Banken von Nicht-Banken auf.
Steigende Kosten und Volatilität der NBFI-Liquidität, besonders bei Zinsstraffung, offenbaren einen neuen systemischen Risikokanal.
Aufsichtsbehörden müssen daher die Interkonnektivität und Bilanzrestriktionen im Schattenbankensektor stärker berücksichtigen.