Banken-Sanierungspläne: PRA fordert realistische Krisenvorsorge
Die Prudential Regulation Authority (PRA) der Bank of England hat im März 2026 ihre Erwartungen an Sanierungspläne von Banken und Bausparkassen präzisiert. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der Firmen in Stressphasen zu stärken und eine reine Compliance-Übung zu vermeiden.
Nach der Finanzkrise: Proaktive Risikosteuerung
Das Aufsichts-Statement (SS) der Prudential Regulation Authority (PRA) präzisiert die Erwartungen an den Inhalt von Sanierungsplänen für britische Banken, Bausparkassen und bestimmte Investmentfirmen.
Es ergänzt bestehende Regelwerke wie das PRA Rulebook und EBA-Leitlinien.
Die Sanierungsplanung ist ein Kernbestandteil der regulatorischen Reformagenda nach der Finanzkrise 2007-2008.
Sie soll das Risiko mindern, dass sich das Management zu stark auf Wachstumschancen konzentriert und Abwärtsrisiken vernachlässigt, und fördert die Sicherheit und Solidität der regulierten Firmen.
Die PRA erwartet von den Firmen, dass sie sich auf Phasen finanziellen Stresses vorbereiten, ihre Finanzposition stabilisieren und sich von Verlusten erholen können.
Dies erfordert eine Reihe von Sanierungsoptionen, deren Pläne gepflegt und regelmäßig getestet werden müssen.
Die Governance des Plans sollte klar definiert sein.
Die PRA betont, dass Sanierungsplanung nicht als reine Compliance-Übung behandelt werden darf.
Bei der Bewertung eines Sanierungsplans konzentriert sich die Aufsicht darauf, ob der Plan tatsächlich genutzt werden könnte, ob die Auswirkungen und Zeitpläne spezifischer Optionen realistisch quantifiziert wurden und ob das Management die Umsetzung demonstrieren kann.
Der Detailgrad des Plans sollte die Komplexität und Größe der Firmen widerspiegeln.
Breites Spektrum an Optionen: Von der Veräußerung bis zum Wind-down
Ein effektiver Sanierungsplan erhöht die Widerstandsfähigkeit einer Firma gegenüber finanziellem Stress.
Er muss einen Risikomanagementrahmen zur Überwachung und konkrete Sanierungsoptionen für verschiedene Stressszenarien enthalten.
Diese Optionen sollen der Firma helfen, einen stabilen und nachhaltigen Zustand wiederherzustellen, gestützt auf detaillierte Analysen.
Die PRA erwartet ein breites Spektrum an Sanierungsoptionen, um die Umsetzbarkeit in unterschiedlichen Stressarten zu maximieren.
Dies umfasst auch radikalere Maßnahmen wie den Verkauf strategischer Vermögenswerte oder eine grundlegende Änderung des Geschäftsmodells.
Für systemisch wichtige Institute (O-SIIs) wird die vollständige oder teilweise Abwicklung von Handelsaktivitäten (Trading Activity Wind-Down, TWD) als Sanierungsoption erwartet.
Die Glaubwürdigkeit der Optionen muss durch die Berücksichtigung von Erfolgsrisiken und die Darstellung von Minderungsstrategien untermauert werden.
Die Quantifizierung der finanziellen Auswirkungen ist dabei entscheidend, mindestens in Bezug auf CET1-Quote, Leverage Ratio und LCR.
Mehr als nur ein Häkchen
Die PRA betont, dass Sanierungspläne keine bloße Compliance-Übung sein dürfen, sondern als echtes Instrument zur Krisenbewältigung dienen müssen.
Die Aufsicht legt Wert auf die realistische Quantifizierung der Optionen und die nachweisbare Umsetzbarkeit durch das Management.
Dies signalisiert einen klaren Fokus auf proaktive Widerstandsfähigkeit statt reiner Formalität im Bankensektor.
Quelle: SS9/17 - Recovery planning
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