Instant Payments verdrängen CHAPS: Limit-Erhöhung zeigt Wirkung
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Instant Payments verdrängen CHAPS: Limit-Erhöhung zeigt Wirkung

Eine neue Studie der Bank of England belegt eine starke Substitution von CHAPS zu Faster Payments. Nach der Erhöhung des Transaktionslimits von Faster Payments auf 1 Million Pfund sanken die CHAPS-Volumina im betroffenen Bereich um 10,7 bis 13,7 Prozent.

Millionen-Limit verschiebt Zahlungsströme

Im Februar 2022 erhöhte das britische Instant-Payment-System Faster Payments (FPS) sein Transaktionslimit von 250.000 auf 1 Million Pfund.

Diese Änderung bot eine alternative Abwicklungsmöglichkeit für Zahlungen in diesem Wertbereich, die zuvor oft über CHAPS, das britische Hochwertzahlungssystem mit Echtzeit-Bruttoabwicklung (RTGS), liefen.

Eine Studie der Bank of England zeigt nun deutliche Anzeichen einer Substitution weg von CHAPS hin zu Faster Payments.

Konkret waren die CHAPS-Volumina im Bereich zwischen 250.000 und 1 Million Pfund durchschnittlich 10,7 bis 13,7 Prozent niedriger, als es ohne die Limit-Erhöhung der Fall gewesen wäre.

Die Substitution war dabei bei Kundengutschriften und Zahlungen am unteren Ende des betroffenen Wertbereichs deutlich stärker ausgeprägt.

Diese Ergebnisse liefern erste klare empirische Belege für eine signifikante Verlagerung von RTGS-Systemen zu Instant-Payment-Systemen, was wichtige Implikationen für Zahlungsdienstleister und die zukünftige Rolle verschiedener Abwicklungsmodelle hat.

Geschwindigkeit und Kosten als Treiber

Die Substitution zwischen CHAPS und FPS wird maßgeblich durch Geschwindigkeit und Kosten getrieben.

CHAPS bietet Echtzeit-Bruttoabwicklung für kritische Großzahlungen, während FPS eine sofortige Verfügbarkeit der Gelder für Endkunden ermöglicht.

Die Gebühren für FPS sind für Endnutzer und direkte Teilnehmer (ca. 0,019 Pfund pro Transaktion) deutlich niedriger als für CHAPS (ca. 0,427 Pfund).

Diese Kostenvorteile und die schnellere Verfügbarkeit der Gelder bei FPS sind entscheidend.

Die Ergebnisse sind für die Bank of England von Bedeutung, um die zukünftige RTGS-Roadmap zu gestalten, Tarife festzulegen und die operative Resilienz des Zahlungssystems zu bewerten.

Wichtiger Weckruf für Zah­lungs­dienst­leis­ter

Diese Studie liefert erstmals belastbare empirische Belege für die Konkurrenzfähigkeit von Instant-Payment-Systemen gegenüber etablierten RTGS-Schemata.

Sie unterstreicht die Notwendigkeit für Zentralbanken und Betreiber, ihre Strategien für Zahlungssysteme anzupassen und die sich ändernden Präferenzen der Nutzer zu berücksichtigen.

Die Erkenntnisse sind entscheidend für die Weiterentwicklung der Zahlungsinfrastruktur und die Gewährleistung ihrer Effizienz und Resilienz.