BOE: So funktioniert Kosten-Nutzen-Analyse bei Finanzinfrastruktur
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BOE: So funktioniert Kosten-Nutzen-Analyse bei Fi­nanz­in­fra­s­truk­tur

Die Bank of England (BOE) veröffentlicht ihren Ansatz zur Kosten-Nutzen-Analyse (KNA) bei der Regulierung von zentralen Gegenparteien (CCPs) und zentralen Wertpapierverwahrern (CSDs). Die KNA ist ein integraler Bestandteil guter Politikgestaltung und erhöht die Transparenz.

Stabilität als oberstes Ziel

Die Kosten-Nutzen-Analyse (KNA) ist ein integraler Bestandteil guter Politikgestaltung.

Die BOE nutzt sie zur Regulierung von CCPs und CSDs, um die Stabilität des britischen Finanzsystems zu gewährleisten.

Der wichtigste Nutzen der KNA ist der Einfluss auf die Finanzstabilität und die Wirtschaftsleistung des Vereinigten Königreichs.

Das konzeptionelle Rahmenwerk misst die Finanzstabilitäts-Vorteile der FMI-Regulierung, indem es die erwarteten wirtschaftlichen Kosten einer Finanzkrise durch FMI-Störung oder -Ausfall reduziert.

Dies berücksichtigt die Wahrscheinlichkeit einer Krise, die daraus resultierenden Verluste und den Wert der exponierten Wirtschaftsleistung.

Die BOE strebt eine FMI-Regulierung an, die weder zu lax noch zu streng ist, bei der die Vorteile die Kosten übersteigen.

Auch Vorteile für Innovationen werden berücksichtigt, etwa durch die Ermöglichung neuer Technologien oder effizienterer Dienstleistungen.

Die KNA erhöht die Transparenz der Politikgestaltung und die Rechenschaftspflicht.

Strukturierter Prozess und unabhängige Prüfung

Die BOE verfolgt einen strukturierten Ansatz für die KNA, der die Entwicklung des Handlungsbedarfs, die Bewertung erwarteter Kosten und Nutzen, die Berücksichtigung von Unsicherheiten und eine Gesamtbeurteilung der Nettoauswirkungen einer Politik umfasst.

Dieser Ansatz ist proportional und berücksichtigt die Anforderungen des Financial Services and Markets Act (FSMA).

Die BOE kommuniziert die KNA im Rahmen ihrer öffentlichen Konsultationsprozesse.

Ein wichtiger Schritt ist die Identifizierung kausaler Ketten, die aufzeigen, wie eine Politik das Verhalten von FMIs und Marktteilnehmern beeinflusst.

Das Cost Benefit Analysis Panel (KNA-Panel) spielt eine entscheidende Rolle als „kritischer Freund“, indem es unabhängigen Input liefert und die Transparenz und Prüfung der Politikgestaltung der BOE erhöht.

Es berät die BOE bei der Erstellung relevanter KNAs vor der öffentlichen Konsultation.

Transparenz ja, aber mit Tücken

Die Formalisierung der KNA durch die BOE ist ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der Transparenz und Rechenschaftspflicht in der Finanzregulierung.

Dennoch bleibt die Quantifizierung indirekter Kosten und systemweiter Vorteile eine Herausforderung, was die Objektivität der Analyse potenziell einschränkt.

Für Marktteilnehmer bedeutet dies mehr Klarheit über den regulatorischen Denkprozess, aber auch die Notwendigkeit, die zugrunde liegenden Annahmen kritisch zu hinterfragen.

Quelle: The Bank of England's approach to cost benefit analysis

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