BOE-Direktorium: Vom Königscharta zur modernen Aufsicht
Das Direktorium der Bank of England, bekannt als „Court“, hat sich seit 1694 von einem Gremium privater Aktionäre zu einem modernen Aufsichtsorgan entwickelt. Es managt die strategischen Ziele und das Budget der Bank und überwacht die Politikkomitees.
Kontinuität im Wandel
Das Direktorium der Bank of England, kurz „Court“, fungiert heute als einheitliches Gremium, bestehend aus den fünf Gouverneuren der Bank und bis zu neun nicht-exekutiven Direktoren.
Seine Aufgabe ist es, die Angelegenheiten der Bank zu verwalten, während spezifische Politikverantwortlichkeiten bei den vier gesetzlichen Politikkomitees liegen.
Zu den Kernaufgaben des Court gehören die Festlegung der strategischen Ziele und des Budgets der Organisation, wichtige Entscheidungen über Ressourcen und interne Ernennungen, die Definition der Ziele für das Finanzmanagement und die Kontrollen der Bank sowie die Genehmigung des Risikotoleranzrahmens, einschließlich derer, die sich auf die Bilanz der Bank beziehen.
Das Court überwacht auch die Leistung und Verfahren der gesetzlichen Politikkomitees der Bank und spielt eine Schlüsselrolle bei der Sicherstellung der aktuellen und zukünftigen operativen Effektivität der Bank, der Gestaltung der Bankkultur und der Genehmigung wichtiger Personalrichtlinien, einschließlich solcher, die ethisches Verhalten betreffen.
Der Name „Court“ entstand als Bezeichnung für eine formelle Versammlung, als die Bank 1694 durch eine königliche Charta gegründet wurde.
Bis 1946, als die Bank noch private Aktionäre hatte, trafen sich diese als „Court of Proprietors“.
Von 26 Direktoren zur Audit-Kommission
Bei ihrer Gründung im Jahr 1694 bestand das Court aus 26 Mitgliedern: 24 Direktoren, einem Gouverneur und einem stellvertretenden Gouverneur.
Die frühen Jahre der Bank waren aktiv und zu einem gewissen Grad prekär, da ihre Charta ständigen Erneuerungen und politischen Wechselfällen unterlag.
Im 19. Jahrhundert etablierten die Bank und ihr Court ein gefestigteres Muster.
Der Bank Charter Act von Peel aus dem Jahr 1844 sicherte die Fortführung der Bank und definierte den Goldstandard als Währungssystem Großbritanniens.
Von Anfang an bestimmte das Court den Bank Rate, der historisch als offizieller Diskontsatz bekannt war.
Die Entscheidung über den Satz wurde der Öffentlichkeit über eine große Tafel in der Eingangshalle der Bank mitgeteilt.
Ein Skandal im Jahr 1893, bei dem unautorisierte Vorschüsse zu finanziellen Verlusten führten, löste öffentliche Kritik an den Governance-Regelungen der Bank aus und führte zur Einrichtung eines Audit-Komitees, um die internen Kontrollen zu stärken.
Tradition trifft Moderne
Die Geschichte des Court der Bank of England ist ein faszinierendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit einer uralten Institution an sich wandelnde Anforderungen.
Obwohl der Name „Court“ eine tiefe historische Verwurzelung suggeriert, spiegeln die wiederholten Reformen eine pragmatische Bereitschaft zur Modernisierung wider.
Dies zeigt, dass selbst die traditionsreichsten Zentralbanken kontinuierlich ihre Governance hinterfragen und anpassen müssen, um relevant und effektiv zu bleiben.
Quelle: The Court of directors of the Bank of England
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