Bankkapital-Regulierung: Geringe Langzeitkosten, kurzfristige Dämpfung
Neue BOE-Forschung zeigt: Höhere Bankkapitalanforderungen verursachen kurzfristige Kosten durch reduzierte Kreditvergabe und Wettbewerb, führen aber langfristig zu vernachlässigbaren ökonomischen Nachteilen. Die Studie nutzt britische Daten und ein strukturelles VAR-Modell.
Kapitalerhöhung: Weniger Risiko, nicht mehr Eigenkapital
Die Studie analysiert die Auswirkungen von Änderungen der Eigenkapitalvorschriften auf das Kreditverhalten, makroökonomische Ergebnisse und den Bankenwettbewerb im Vereinigten Königreich.
Die Ergebnisse zeigen, dass Banken primär durch die Reduzierung risikogewichteter Aktiva reagieren, anstatt neues Eigenkapital aufzunehmen.
Höhere Kapitalanforderungen führen zu vernachlässigbaren Langzeitkosten, mit moderaten kurzfristigen makroökonomischen Effekten.
Diese Effekte werden durch eine Kontraktion der Kreditvergabe und einen Anstieg der Spreads in allen Sektoren verursacht.
Die Auswirkungen sind zudem zustandsabhängig: Änderungen während Rezessionen verstärken kurzfristige Kontraktionen, diese sind jedoch kürzer und die Wirtschaftsleistung erholt sich schneller.
Indikatoren der Marktmacht deuten auf eine temporäre Reduzierung des Bankenwettbewerbs hin.
Narrative Restriktionen für präzise Analyse
Die Forscher verwenden ein strukturelles VAR-Framework mit Zeichen- und narrativen Restriktionen.
Letztere basieren auf den Stresstests der britischen Aufsichtsbehörde von 2014–15 und dem jährlichen zyklischen Szenario von 2016, die die Kapitalisierung im Vereinigten Königreich stärkten.
Obwohl die Banken diese Interventionen erwarteten, waren die spezifischen Designmerkmale und Stressszenarien bis zum Beginn jedes Tests unbekannt.
Dies unterstützt die Verwendung dieser Ereignisse zur narrativen Identifizierung von aufsichtsrechtlichen Kapitalschocks.
Die Studie untersucht zudem nicht-lineare Effekte von aufsichtsrechtlichen Politikschocks, abhängig vom Zustand des Konjunkturzyklus, um die optimale Zeitplanung und Kalibrierung von kapitalbasierten makroprudenziellen Interventionen zu beleuchten.
Pragmatische Regulierung in unsicheren Zeiten
Diese Studie liefert eine wichtige empirische Basis für die Bankenregulierung, indem sie die langfristigen Vorteile trotz kurzfristiger Friktionen bestätigt.
Die Erkenntnis zustandsabhängiger Effekte bietet wertvolle Orientierung für politische Entscheidungsträger, um einen nuancierten Ansatz in verschiedenen Wirtschaftszyklen zu ermöglichen.
Insgesamt stärkt die Forschung die Argumente für eine robuste, aber flexible Bankenaufsicht, die makroökonomische Dynamiken berücksichtigt.