Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr: Cleland betont Bedeutung
Victoria Cleland von der Bank of England unterstreicht die zentrale Rolle der Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr. Sie betont, dass ein vielfältiges Ökosystem aus Bargeld, digitalen und neuen Geldformen für Inklusion und Resilienz unerlässlich ist.
Das Paradox des Bargelds
Die Zahlungslandschaft befindet sich im Wandel: Neue Technologien, Geschäftsmodelle und Erwartungen prägen, wie Geld grenzüberschreitend und innerhalb von Volkswirtschaften bewegt wird.
Die Bank of England (die Bank) beobachtet das gesamte Spektrum von physischem Bargeld über Geschäftsbankengeld bis hin zu innovativen digitalen Geldformen wie Stablecoins und tokenisierten Einlagen.
Im Zentrum steht die sichere Abwicklung dieser Zahlungen.
Cleland hob hervor, dass die Entwicklungen große Chancen für sicherere, schnellere Transaktionen und mehr Effizienz bieten, aber nur, wenn sie zugänglich sind.
Die Wahlfreiheit ist dabei entscheidend, da verschiedene Methoden unterschiedlichen Situationen, Unternehmen und Menschen gerecht werden.
Obwohl die Bargeldnutzung für Transaktionen im Vereinigten Königreich stetig zurückgeht – 2024 wurden 9 Prozent aller Zahlungen in bar getätigt – wächst paradoxerweise die Menge der im Umlauf befindlichen Banknoten.
Cleland betonte, dass Bargeld ein fester Bestandteil des Zahlungssystems bleiben muss.
Inklusion, Resilienz und Innovation
Die Bank of England arbeitet aktiv daran, die Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr zu gewährleisten.
Dazu gehört die Ausgabe neuer Banknoten, die Stärkung der RT2-Infrastruktur als Plattform für Innovation, die Unterstützung der nationalen Zahlungsverkehrsvision der Regierung und die Anpassung der Regulierung an digitale Geldformen wie systemische Stablecoins und einen potenziellen digitalen Pfund.
Cleland betonte, dass Wahlfreiheit Inklusion fördert, indem sie sicherstellt, dass jeder entsprechend seinen Bedürfnissen am Wirtschaftsleben teilnehmen kann.
Besonders vulnerable Gruppen, wie digital Ausgeschlossene oder Menschen mit geringem Einkommen, sind stark auf Bargeld angewiesen.
Eine Studie der Bank zeigte, dass 44 Prozent der Menschen mit Behinderungen regelmäßig Bargeld nutzen, da es ein wichtiges Instrument für Zugänglichkeit und Unabhängigkeit darstellt.
Zudem stärkt Wahlfreiheit die Resilienz des Systems, da bei Ausfällen eines Kanals andere Optionen verfügbar bleiben.
Bargeld dient hier als praktische Alternative, wie bei Systemausfällen in Spanien und Portugal im Jahr 2025 beobachtet.
Die Bank hat nun auch Befugnisse zur Überwachung des Großhandels-Bargeldmarktes, um dessen reibungsloses Funktionieren zu sichern.
Schließlich fördert Wahlfreiheit Wettbewerb und Innovation, indem sie Unternehmen Zugang zu effizienteren Optionen verschafft und das Vertrauen in den Online-Handel stärkt.
Die Bank entwickelt ihre RT2-Infrastruktur als offene Plattform für Innovationen weiter, um eine flexiblere und widerstandsfähigere Zahlungslandschaft zu schaffen.
Balanceakt zwischen Fortschritt und Sicherheit
Clelands Rede verdeutlicht den komplexen Balanceakt, vor dem Zentralbanken im Zahlungsverkehr stehen.
Während digitale Innovationen unbestreitbar Effizienzgewinne versprechen, darf die Rolle des Bargelds als inklusives und resilientes Zahlungsmittel nicht unterschätzt werden.
Die Herausforderung liegt darin, ein dynamisches Ökosystem zu schaffen, das technologischen Fortschritt vorantreibt, ohne dabei vulnerable Gruppen zu marginalisieren oder die Systemstabilität zu gefährden.