BOE-Studie: MPC managt Zielkonflikte flexibel
Eine neue Studie der Bank of England (BOE) beleuchtet das Mandat des Monetary Policy Committee (MPC) als flexibles Inflationsziel. Sie erklärt, wie das MPC Zielkonflikte zwischen Preisstabilität und Output-Volatilität handhabt und dabei Rechenschaft ablegt.
Flexibles Inflationsziel als Kernmandat
Das Mandat des MPC ist als flexibles Inflationsziel konzipiert, das zwei Hauptmerkmale aufweist.
Erstens ist eine niedrige und stabile Inflation der beste Beitrag der Geldpolitik mittel- bis langfristig.
Zweitens erlaubt das Mandat, dass die Inflation bei Schocks vorübergehend vom Ziel abweichen darf, um „unerwünschte Volatilität im Output“ zu vermeiden.
Diese Interpretation wird durch parlamentarische Diskussionen, akademische Analysen und Regierungsstatements gestützt, darunter die Überprüfung des geldpolitischen Rahmens durch HM Treasury im Jahr 2013.
Dort wurde bestätigt, dass die britische Geldpolitik seit 1992 unter einem flexiblen Inflationsziel operiert.
Das 2025er Mandatsschreiben bestätigte zudem ein operatives Inflationsziel von 2 Prozent, gemessen am Verbraucherpreisindex, das „jederzeit gilt“.
Phillips-Kurve und Zielkonflikt-Management
Das Konzept des „Zielkonflikt-Managements“ ergibt sich aus der Phillips-Kurve, die einen inversen Zusammenhang zwischen Lohninflation und Arbeitslosigkeit beschreibt.
Diese Beziehung ist ein Eckpfeiler der modernen Makroökonomie und der Zentralbankpraxis.
Ein „Cost-Push“-Schock, der die Phillips-Kurve nach oben verschiebt, führt zu einer Abweichung vom „Divine Coincidence“-Punkt, an dem Inflation und Output am Ziel sind.
Die Geldpolitik muss dann aktiv einen optimalen Zielkonflikt herstellen, um Verluste zu minimieren.
Dies erfordert eine aktive Reaktion der Zentralbank, beispielsweise eine Straffung der Geldpolitik, um eine Balance zwischen Inflation und Output zu finden.
Eine unzureichende oder übermäßige Straffung würde zu suboptimalen Ergebnissen führen.
Die Rolle der Geldpolitik ist es, diesen Zielkonflikt bewusst zu gestalten.
Mehr als nur ein Inflationswächter
Die Studie unterstreicht, dass die BOE-Geldpolitik weit mehr ist als ein starrer Inflationswächter.
Sie zeigt die Notwendigkeit einer aktiven Abwägung zwischen Preisstabilität und realwirtschaftlicher Volatilität, insbesondere bei großen Schocks.
Dies legitimiert eine nuancierte Reaktion, die über einfache Regeln hinausgeht und die Komplexität moderner Zentralbankarbeit widerspiegelt.
Quelle: The MPC's remit and trade-off management
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