Breeden warnt vor neuen Risiken für Finanzstabilität
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Breeden warnt vor neuen Risiken für Finanzstabilität

Sarah Breeden, stellvertretende Gouverneurin der Bank of England, betont die Widerstandsfähigkeit des globalen Finanzsystems. Gleichzeitig warnt sie vor neuen, komplexen Risiken, die sich in undurchsichtige Bereiche verlagert haben.

Drei Schwachstellen im Fokus der BoE

Das globale Finanzsystem hat sich als widerstandsfähig erwiesen, doch die Risiken haben sich verlagert.

Sarah Breeden, stellvertretende Gouverneurin der Bank of England, warnt vor drei aktuellen Schwachstellen.

Erstens: Das rasante Wachstum privater Märkte, deren Vermögenswerte bis 2025 auf 18 Billionen Dollar geschätzt werden.

Diese Märkte sind in einem Hochzinsumfeld noch nicht umfassend getestet.

Begrenzte Transparenz, verzögerte Bewertungen und komplexe Hebelstrukturen erschweren die Risikobeurteilung.

Jüngste Ausfälle und Rücknahmeanträge in einigen Fonds verstärken die Bedenken.

Zweitens: Die zunehmende Hebelwirkung in Staatsanleihenmärkten, insbesondere durch Hedgefonds, die ähnliche Strategien verfolgen.

Dies kann Schocks verstärken und zu Illiquidität führen.

Drittens: Überzogene Vermögensbewertungen, besonders im US-Technologiesektor, wo Risikoprämien trotz unsicherer Aussichten komprimiert bleiben.

Die zunehmende Schuldenfinanzierung von KI-Firmen könnte bei einer Neubewertung zu abrupten Preisrückgängen führen.

Lehren aus der Geschichte der Krisen

Breeden betont, dass Krisen selten exakt wiederkehren, aber sich reimen.

Ein Muster sei, dass Optimismus den Realismus überwiegt und Risiken in undurchsichtige, wenig regulierte Ecken des Systems wandern.

Dies zeigten sowohl der Crash von 1929 als auch die globale Finanzkrise 2008.

Das heutige Bankensystem sei dank höherer Kapital- und Liquiditätsanforderungen sowie makroprudenzieller Instrumente deutlich robuster.

Doch die Risiken haben sich verlagert: weg von Banken hin zu marktbasierter Finanzierung, die nun rund die Hälfte der globalen Finanzanlagen ausmacht.

Auch die Staatsverschuldung in Industrieländern ist nahe den Nachkriegshöchstständen, was den fiskalischen Spielraum für künftige Schocks reduziert und die Anfälligkeit für Marktstimmung erhöht.

Alte Muster in neuem Gewand

Die Rede von Sarah Breeden ist eine wichtige Mahnung, dass die scheinbar neuen Herausforderungen tief in alten Verhaltensmustern wurzeln.

Obwohl das Bankensystem gestärkt ist, zeigt die Verlagerung der Risiken in weniger regulierte Bereiche eine besorgniserregende Kontinuität.

Die BoE muss nun mit systemweiten Überwachungs- und Präventionsmaßnahmen sicherstellen, dass die Lehren der Vergangenheit nicht vergessen werden.

Quelle: This time is different? Speech by Sarah Breeden

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