Bailey: Zinsen stabil, Inflation und Brexit im Fokus
BoE-Gouverneur Andrew Bailey hält die Zinsen stabil und warnt vor voreiliger Entwarnung bei der Inflation. Er äußert sich auch zu den gemischten Folgen des Brexit für die britische Wirtschaft.
Inflation: Letzte Meile bleibt schwierig
Gouverneur Andrew Bailey zeigte sich erfreut über positive Nachrichten bei der Inflation und sinkende Energiepreise.
Dennoch betonte er die Notwendigkeit, die Teuerungsrate auf das Zwei-Prozent-Ziel zurückzuführen.
Er hatte erwartet, dass die Inflation bereits jetzt wieder bei zwei Prozent liegen würde.
Die Unsicherheit bezüglich der Entwicklung der Energiepreise, insbesondere nach dem Nahost-Konflikt, sowie die mögliche Persistenz von Inflationsauswirkungen in Großbritannien bleiben eine zentrale Sorge.
Bailey verwies auf die noch immer über dem Vorkonfliktniveau liegenden Energiepreise und die Notwendigkeit, die Auswirkungen auf die Infrastruktur zu bewerten.
Er sieht die Wirtschaft als Hintergrund, die sich abgeschwächt hat.
Brexit: Gemischte Bilanz nach zehn Jahren
Gouverneur Bailey vermied politische Kommentare, betonte aber die Wichtigkeit von Stabilität.
Er äußerte sich besorgt über gefälschte Videos, die ihn und Nigel Farage kämpfend zeigen, und sah darin einen Betrugsversuch an der Öffentlichkeit.
Zum zehnjährigen Jubiläum des Brexit gab Bailey eine differenzierte Einschätzung ab: Die Wirtschaftsaktivität und das Wachstum seien aufgrund reduzierter Exportmärkte niedriger ausgefallen – eine seit zehn Jahren von der Bank of England vertretene Position.
Der Schaden für die Londoner City und die Finanzmärkte sei jedoch weniger gravierend gewesen als prognostiziert, dank intensiver Arbeit der BoE zur Stärkung Londons als Finanzzentrum.
Zwischen Skepsis und Pragmatismus
Baileys Interview spiegelt die Gratwanderung der BoE wider: Positive Entwicklungen werden anerkannt, doch die Vorsicht bei der Inflation bleibt bestehen.
Seine nuancierte Sicht auf den Brexit zeigt die langfristigen Wirtschaftskosten, aber auch die Resilienz des Finanzsektors.
Insgesamt präsentiert sich eine Zentralbank, die faktenbasiert agiert und komplexe externe Faktoren im Blick behält.