Reisebeschränkungen reduzierten Handel um 19 Prozent
Reisebeschränkungen während der Covid-19-Pandemie wirkten wie klassische Handelshemmnisse und reduzierten den bilateralen Warenhandel um rund 19 Prozent. Dies zeigt eine neue Studie der Bank of England.
Reiseverbote als klassische Handelshemmnisse
Die Covid-19-Pandemie führte zu einer abrupten Verschärfung internationaler Grenzen, wobei Regierungen Visa-Aussetzungen, obligatorische Tests, Quarantänen und vollständige Grenzschließungen verhängten.
Obwohl diese Maßnahmen primär der Eindämmung der Personenbewegung dienten, behinderten sie auch den Warenverkehr.
Die Studie von John Lewis von der Bank of England zeigt, dass Reisebeschränkungen während der Covid-19-Pandemie wie klassische Handelshemmnisse wirkten.
Eine vollständige Grenzschließung reduzierte den bilateralen Handel zwischen typischen Länderpaaren um rund 19 Prozent.
Der globale Handel wurde im zweiten Quartal 2020 um etwa 23 Prozent beeinträchtigt.
Die Analyse nutzt ein Gravitationsmodell, das interne Handelsströme berücksichtigt, um den reinen Effekt auf die Grenzfiktionen zu isolieren, jenseits allgemeiner Nachfrage- oder Angebotsschocks.
Die Schätzungen erlauben es, die Entwicklung der Handelshemmnisse während der Pandemie zu verfolgen: ein starker Anstieg Anfang 2020, der nach und nach nachließ, gefolgt von einem temporären Handelsaufschwung über das Vor-Covid-Niveau hinaus, sobald die Beschränkungen gelockert wurden.
Heterogene Effekte nach Distanz und Transportweg
Die Effekte der Reisebeschränkungen waren stark heterogen in Bezug auf Distanz und Transportmodus.
Geografisch nahe Handelspartner erlitten größere Handelsverluste.
Der Handel per Straße und Luft wurde erheblich gestört, während See- und Schienenhandel unbeeinflusst blieben.
Diese Kombination aus Distanz und Transportmodus erklärt, warum Länder wie Australien oder Neuseeland strenge Grenzschließungen zu deutlich geringeren Handelskosten umsetzen konnten als Länder mit größerer Abhängigkeit von Land- und Lufttransport.
Die Studie findet keine Hinweise auf langfristige Narbeneffekte durch die Beschränkungen; vielmehr erholte sich der Handel nach der Lockerung der Beschränkungen stark, mit einem temporären 'Overshooting'.