BOE präzisiert Erwartungen an operationelle Resilienz von CSDs
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BOE präzisiert Erwartungen an operationelle Resilienz von CSDs

Die Bank of England (BOE) hat ihre aufsichtsrechtlichen Erwartungen an die operationelle Resilienz von Zentralverwahrern (CSDs) präzisiert. Ziel ist die Stärkung der Finanzstabilität durch verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen Betriebsunterbrechungen.

Stärkung der Finanzstabilität

Das Supervisory Statement der BOE richtet sich an alle von der Bank zugelassenen oder um Zulassung ersuchenden Zentralverwahrer (CSDs).

Die BOE betrachtet Störungen im Abwicklungsprozess als potenzielles Finanzstabilitätsproblem und sieht in mangelnder Resilienz der CSDs eine Bedrohung für ihr Finanzstabilitätsziel.

Daher sollen Verbesserungen der operationellen Resilienz, konsistent mit dem Ansatz für andere Finanzmarktinfrastrukturen (FMIs), durch aufsichtsrechtliche Erwartungen gefördert werden.

Das Dokument legt Maßnahmen fest, die CSDs ergreifen sollen, um ein ausreichendes Maß an operationeller Resilienz zu erreichen.

Der Rahmen soll sicherstellen, dass Risikomanagementsysteme sowohl die Minimierung der Wahrscheinlichkeit von Störungen als auch deren Minderung und Wiederherstellung abdecken.

Die BOE erwartet von CSDs die Einrichtung eines 'Operational Resilience Framework', die Identifizierung 'wichtiger Geschäftsleistungen', die Festlegung einer 'Impact Tolerance' für diese Leistungen und die Nutzung von Szenariotests.

Wichtige Geschäftsleistungen und Toleranzgrenzen

Das Konzept der 'wichtigen Geschäftsleistungen' wird von der BOE breiter gefasst als die 'kritischen Operationen' gemäß Artikel 78 (1) der RTS 2017/392. Eine Geschäftsleistung gilt als wichtig, wenn eine längere Unterbrechung den ordnungsgemäßen Betrieb eines Marktes, den der CSD bedient, erheblich stören und somit die Finanzstabilität beeinträchtigen würde.

CSDs sollen diese Leistungen anhand von Faktoren wie Marktanteil, Mitgliederzahl, Substituierbarkeit und regulatorischen Verpflichtungen identifizieren.

Beispiele für solche Aktivitäten sind Emission, Abwicklung nach Produkttyp, Kreditrisikomanagement und Sicherheitenmanagement.

Die 'Impact Tolerance' definiert das maximal tolerierbare Ausmaß einer Störung für eine wichtige Geschäftsleistung, jenseits dessen eine erhebliche Marktbeeinträchtigung drohen würde.

Diese Toleranzgrenze ist von den Wiederherstellungszeitzielen für kritische Operationen zu unterscheiden, die in den Notfallplänen der CSDs verankert sein müssen.

Ein notwendiger, aber komplexer Schritt

Die BOE setzt mit diesem Statement einen wichtigen Standard für die Widerstandsfähigkeit von CSDs, der die Finanzstabilität im Vereinigten Königreich stärken soll.

Die Unterscheidung zwischen 'wichtigen Geschäftsleistungen' und 'kritischen Operationen' erhöht jedoch die Komplexität für die betroffenen Institute.

Die praktische Implementierung der neuen Rahmenwerke wird CSDs vor erhebliche Herausforderungen stellen, insbesondere bei der Abgrenzung und Messung der Impact Tolerances.