KMU-Kredite: Kosten, nicht Kapital, senken Eigenkapitalrendite
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KMU-Kredite: Kosten, nicht Kapital, senken Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te

Eine Analyse großer britischer Banken zeigt: Die Eigenkapitalrendite (RoE) für KMU-Kredite ist die niedrigste unter allen Kreditarten. Hauptursachen sind höhere Ausfallraten und Betriebskosten, nicht die Kapitalanforderungen.

Kosten statt Kapital: Das KMU-Rätsel

Eine aktuelle Analyse der Bank of England (BOE) von großen britischen Banken zeigt, dass die durchschnittliche Eigenkapitalrendite (RoE) für die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) niedriger ist als bei Privatkunden- oder Großkrediten.

Tatsächlich weisen KMU-Kredite die geringste durchschnittliche RoE aller untersuchten Kreditarten auf.

Die Schätzung der produktbezogenen RoE ist komplex und subjektiv, daher können die Ergebnisse von bankinternen Berechnungen abweichen.

Die BOE-Analyse deutet darauf hin, dass im Vergleich zu anderen Unternehmenskrediten die Kapitalanforderungen nicht der Hauptgrund für die niedrigere RoE bei KMU-Krediten sind.

Stattdessen werden die Unterschiede durch höhere Ausfallraten und Betriebskosten verursacht.

Maßnahmen zur Senkung der Bereitstellungs- und Überwachungskosten wären entscheidend, um die Wirtschaftlichkeit der KMU-Kreditvergabe zu verbessern.

Kapital: Ein kleiner Faktor

Die Kapitalanforderungen, die durch Risikogewichte bestimmt werden, sind der Hauptfaktor für das Eigenkapital, das Banken für ein Engagement vorhalten müssen.

Trotzdem spielen sie nur eine untergeordnete Rolle bei der Erklärung der RoE-Lücke zwischen KMU- und Unternehmenskrediten.

Dies liegt daran, dass einige KMU-Kredite bei gleichem Ausfallrisiko und Verlustquote niedrigere Risikogewichte aufweisen als größere, ungeratene Unternehmen.

Zudem profitieren die meisten KMU-Kredite von einem Abwärtskorrekturfaktor bei den Kapitalanforderungen, dem sogenannten KMU-Stützungsfaktor, der die risikogewichteten Aktiva um 15 bis 24 Prozent reduziert.

Dieser wird ab dem nächsten Jahr durch eine ähnliche, unternehmensspezifische Anpassung ersetzt.

Zusammenfassend tragen die Kapitalanforderungen im Vergleich zu anderen Treibern nur wenig zur geschätzten RoE-Lücke bei.

Effizienz als Schlüssel

Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, die Effizienz bei der KMU-Kreditvergabe zu steigern, um die Rentabilität zu verbessern.

Investitionen in Digitalisierung und Automatisierung können die hohen Betriebskosten und Ausfallraten, die KMU-Kredite belasten, signifikant reduzieren.

Dies würde nicht nur die Anreize für Banken erhöhen, sondern auch die Kreditversorgung für eine wichtige Säule der Wirtschaft stärken.