BOE-Umfragen: Angst vor Wirtschaftskluft zwischen Generationen
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BOE-Umfragen: Angst vor Wirtschaftskluft zwischen Generationen

Die Bank of England (BOE) hat in ihren landesweiten Umfragen tiefe Sorgen über die Lebenshaltungskosten und eine wachsende Wirtschaftskluft zwischen den Generationen festgestellt. Ein Jahresbericht fasst die Erkenntnisse aus den Bürger-, Gemeinde- und Jugendforen zusammen.

Anhaltende Sorgen um Le­bens­hal­tungs­kos­ten

Zwischen März 2025 und Februar 2026 führte die Bank of England (BOE) ein umfangreiches Outreach-Programm in ganz Großbritannien durch, um die Erfahrungen der Menschen mit den aktuellen Wirtschaftsbedingungen zu verstehen.

Der Jahresbericht fasst die Ergebnisse zusammen.

Es ist offensichtlich, dass die seit Ende 2021 bestehenden Herausforderungen durch die Lebenshaltungskosten noch nicht überwunden sind.

Die Teilnehmer berichteten von Schwierigkeiten, sich an höhere Preise, einen schwächeren Arbeitsmarkt und für viele unerschwingliche Wohnkosten anzupassen.

Die Stimmung war von Angst und Unsicherheit geprägt, insbesondere die Sorge vor einer wachsenden Wirtschaftskluft zwischen den Generationen.

Auch die Mittelschicht ist zunehmend betroffen, da sie Ausgaben kürzt und auf günstigere Alternativen umsteigt.

Viele empfanden die Preissteigerungen, insbesondere bei Grundnahrungsmitteln, als höher als die offiziellen Inflationsstatistiken.

Qualitative Einblicke für die Geldpolitik

Die BOE nutzt diese qualitativen Erkenntnisse aus Bürger-, Gemeinde- und Jugendforen, um ihre Politik zu entwickeln und Entscheidungen zur Erreichung ihrer Ziele der monetären und finanziellen Stabilität zu treffen.

Diese Einsichten ergänzen die von den Agenten der Bank gesammelten Wirtschaftsdaten und fließen in regelmäßige Berichte für das Monetary Policy Committee ein.

Obwohl Inflation und Zinsen nachgelassen haben, blieb die Stimmung der Teilnehmer größtenteils pessimistisch, geprägt durch die anhaltende finanzielle Belastung.

Am Arbeitsmarkt herrschte die Wahrnehmung, dass Jobchancen, insbesondere für junge Menschen, schwer zu finden sind.

Die Einführung von KI und Automatisierung wurde als weiterer Faktor für den Rückgang von Einstiegs- und Ungelerntenjobs genannt.

Mehr als nur ein Stimmungsbild

Der Bericht unterstreicht die anhaltende Diskrepanz zwischen offiziellen Wirtschaftsdaten und den gelebten Erfahrungen der Bevölkerung, was die Grenzen aggregierter Statistiken aufzeigt.

Während diese qualitativen Einblicke nicht direkt die Politik bestimmen, bieten sie der BOE eine wichtige Erdung für ihre Entscheidungen und Kommunikationsstrategie.

Es wird deutlich, dass die psychologischen Effekte von Inflation und Unsicherheit tiefgreifender sind, als reine Zahlen vermuten lassen.