Japans FX-Markt: Moderates Wachstum trotz globalem Boom
Eine BOJ-Studie analysiert den japanischen Devisenmarkt basierend auf der BIZ-Umfrage 2025. Japans Devisenumsatz stieg um 1,8 Prozent, deutlich weniger als der globale Anstieg von 28,5 Prozent.
Globaler Boom, japanische Zurückhaltung
Laut der BIZ-Dreijahresumfrage 2025 stieg der globale Devisenumsatz um 28,5 Prozent auf ein Rekordhoch.
Währungspaare wie USD/JPY und EUR/USD sowie Spot- und Termingeschäfte trugen maßgeblich zu diesem Wachstum bei.
Hintergrund war eine stärkere Erwartung einer Dollar-Abwertung und erhöhte Volatilität, die zu aktivem Handel kurzfristiger Marktteilnehmer und Währungsabsicherungen institutioneller Anleger führte.
Im Gegensatz dazu verzeichnete Japans täglicher Devisenumsatz einen moderateren Anstieg von 1,8 Prozent auf 440,2 Milliarden US-Dollar, ebenfalls ein Rekordwert seit Beginn der Erhebung.
Hier trugen vor allem EUR/USD und FX-Swaps zum Wachstum bei, während USD/JPY-Spotgeschäfte und Transaktionen von nicht-finanziellen Kunden zurückgingen.
Die Studie hebt hervor, dass die globalen Treiber zwar auch in Japan wirkten, das Wachstum jedoch durch spezifische japanische Faktoren gedämpft wurde.
Interne Absicherung und vorsichtige Unternehmen
Zwei Faktoren dämpften das Wachstum des japanischen Devisenmarktes: eine steigende Internalisierungsquote und reduzierte Handelsaktivität von Unternehmen.
Internalisierung, bei der Interbanken-Teilnehmer Kundenaufträge intern verrechnen, minimiert Handelskosten und reduzierte den Spot-Handel.
Dieser Trend ist bei Finanzinstituten und FX-Retail-Aggregatoren zu beobachten.
Gleichzeitig reduzieren japanische Unternehmen ihre Devisenhandelsaktivitäten.
Sie setzen vermehrt auf natürliche Absicherung.
Ein schrumpfendes Handelsdefizit seit 2022 verringerte die USD-Nachfrage von Importeuren.
Erhöhte Volatilität und unklare Richtung für USD/JPY führten dazu, dass Unternehmen vorsichtiger agierten und Spot- sowie Absicherungsgeschäfte zurückhielten.
Stabilität vor Agilität
Die Studie offenbart, dass Japans Devisenmarkt im Vergleich zu agilen Hubs wie Singapur und Hongkong stärker auf reale Nachfrage und langfristige Perspektiven ausgerichtet ist.
Dies deutet auf eine höhere Stabilität hin, könnte jedoch auch eine geringere Dynamik und Anpassungsfähigkeit an kurzfristige Marktchancen bedeuten.
Für die BOJ ist es entscheidend, diese strukturellen Besonderheiten bei der Bewertung geldpolitischer Maßnahmen zu berücksichtigen.