BOJ-Protokoll: Uneinigkeit bei JGB-Käufen ab 2027
Das jüngste Protokoll der BOJ-Bondmarktgruppe zeigt divergierende Ansichten über die künftige Reduzierung der JGB-Käufe. Die Diskussion konzentrierte sich auf die Auswirkungen auf die Marktliquidität und die Zinsbildung.
Zinsanstieg und Marktfunktion
Seit März sind die Zinsen entlang der gesamten Zinskurve gestiegen, was auf Erwartungen weiterer BOJ-Leitzinserhöhungen und globale Faktoren wie steigende Rohölpreise und Spannungen im Nahen Osten zurückzuführen ist.
Mitte Mai kam es insbesondere im langen und ultralangen Bereich zu einem raschen Zinsanstieg.
Während die kurz- bis mittelfristigen Segmente stabil blieben, entspannte sich die Angebots- und Nachfragesituation im langen Bereich.
Im ultralangen Bereich bleibt die Lage aufgrund schwacher Binnennachfrage anfällig für Instabilität.
Die schrittweise Reduzierung der JGB-Käufe durch die BOJ verlief reibungslos und führte zu einer Verbesserung der Marktliquidität und Preisfindung.
Diese Verbesserung ist jedoch unvollständig, insbesondere bei Anleihen mit hohem BOJ-Anteil.
Im ultralangen Bereich bleiben Marktschwankungen aufgrund geringer Liquidität und der wachsenden Präsenz ausländischer Investoren verstärkt.
Divergierende Ansichten über künftige Käufe
Die Diskussion über die JGB-Käufe der BOJ ab April 2027 offenbarte stark divergierende Ansichten.
Während einige Teilnehmer die Beibehaltung der monatlichen Käufe bei 2,1 Billionen Yen befürworteten, um Marktverzerrungen zu vermeiden und den Rückgang der Giroguthaben abzufedern, forderten andere eine weitere Reduzierung.
Vorschläge reichten von einer Verlangsamung des Reduktionstempos auf etwa 1,7 Billionen Yen monatlich bis hin zu einem Ziel von 1,3 Billionen Yen oder sogar einer vollständigen Einstellung der Käufe.
Die Notwendigkeit einer Anpassung der Fälligkeitssegmente und die sich wandelnde Rolle der Securities Lending Facility (SLF) wurden ebenfalls thematisiert.