Japans Notenbank legt Prüfpolitik 2026 für Finanzinstitute fest
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Japans Notenbank legt Prüfpolitik 2026 für Finanzinstitute fest

Die Bank of Japan (BOJ) hat ihre Prüfpolitik für das Geschäftsjahr 2026 veröffentlicht. Sie legt den Fokus auf die kontinuierliche Bewertung der Solidität und des Risikomanagements von Finanzinstituten und vertieft die Koordination mit der FSA.

Finanzinstitute im Fokus: Ergebnisse der BOJ-Prüfungen 2025

Die Bank of Japan (BOJ) hat im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 66 Finanzinstitute vor Ort geprüft, darunter 21 inländische Banken und 41 Shinkin-Banken.

Dabei setzte sie weiterhin auf hybride Prüfmethoden, die Vor-Ort-Kontrollen mit Fernüberwachung kombinieren.

Die BOJ stellte fest, dass die Finanzinstitute insgesamt über eine adäquate Kapitalausstattung und ausreichende Verlustabsorptionsfähigkeit verfügen.

Die Finanzintermediation funktionierte trotz Unsicherheiten reibungslos.

Major-Banken stärkten ihre Rentabilität durch inländische Einlagen- und Kreditgeschäfte sowie anorganische Wachstumsstrategien.

Regionalbanken verbesserten ebenfalls ihre Profitabilität, standen aber auch vor Herausforderungen durch strukturelle Faktoren wie Bevölkerungsrückgang und steigende IT-Kosten.

Die BOJ vertieft zudem die Koordination mit der Financial Services Agency (FSA) durch gemeinsame Umfragen zu Themen wie Cybersicherheit und Klimaszenarioanalysen.

Risikomanagement: Herausforderungen und blinde Flecken

Trotz solider Kapitalpuffer identifizierte die BOJ spezifische Schwachstellen im Risikomanagement.

Im Kreditbereich gab es Mängel bei der Bewertung von Kreditnehmern und der Überwachung von Förderprogrammen, insbesondere bei Immobilien- und strukturierten Finanzierungen.

Im Marktrisikomanagement führten unzureichende unternehmensweite Überlegungen zu erhöhten Bewertungsverlusten bei Wertpapieren, vor allem bei Regionalbanken.

Die Liquiditätsrisikobewertung litt unter unzureichender Analyse von Einlagenentwicklungen und der Quantifizierung von Cashflows in Stresstests, besonders bei Fremdwährungsfinanzierungen.

Im operativen Bereich waren die Umsetzung der FSA-Cybersicherheitsrichtlinien und das Management von Drittanbietern oft unzureichend, ebenso wie die Vorkehrungen gegen Störungen durch Cloud-Nutzung.

Auch bei der Bekämpfung von Geldwäsche gab es bei einigen Instituten Defizite.

Mehr als nur Routine

Die detaillierte Prüfpolitik der BOJ für 2026 ist ein klares Signal an Japans Finanzinstitute, ihre Risikomanagementsysteme ernsthaft zu überprüfen und anzupassen.

Die identifizierten Schwachstellen, insbesondere bei Regionalbanken und in neuen Technologiebereichen, zeigen, dass die Aufsicht proaktiver agieren muss, um die Finanzstabilität zu gewährleisten.

Dies ist keine bloße Formalität, sondern ein Weckruf, der angesichts des dynamischen Umfelds von entscheidender Bedeutung ist.

Quelle: On-Site Examination Policy for Fiscal 2026

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