BOJ: Wachstum bremst, Inflation steigt 2026
BOJ Press Read in English

BOJ: Wachstum bremst, Inflation steigt 2026

Die Bank of Japan (BoJ) prognostiziert für das Fiskaljahr 2026 eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und eine deutlich höhere Inflation. Steigende Rohölpreise, bedingt durch die Lage im Nahen Osten, belasten Gewinne und Realeinkommen.

Ölpreise bremsen Wachstum, treiben Preise

Die japanische Wirtschaft wird im Fiskaljahr 2026 voraussichtlich an Dynamik verlieren.

Der Anstieg der Rohölpreise, beeinflusst durch die Situation im Nahen Osten, dürfte Unternehmensgewinne und Realeinkommen der Haushalte durch eine Verschlechterung der Terms of Trade schmälern.

Trotz dieser Dämpfung erwartet die BoJ ein moderates Wachstum, gestützt durch staatliche Maßnahmen, akkommodierende Finanzbedingungen und weiterhin hohe Unternehmensgewinne.

Die Teuerungsrate des Verbraucherpreisindex (VPI, alle Posten außer frische Nahrungsmittel) wird im Fiskaljahr 2026 voraussichtlich zwischen 2,5 und 3,0 Prozent liegen.

Dies ist hauptsächlich auf die steigenden Rohölpreise zurückzuführen, die Energie- und Warenpreise in die Höhe treiben, während Lohnsteigerungen weiterhin an die Verkaufspreise weitergegeben werden.

Prognose-Revisionen und globale Risiken

Im Vergleich zur vorherigen Prognose wurde die reale BIP-Wachstumsrate für das Fiskaljahr 2026 nach unten korrigiert, die VPI-Inflationsrate jedoch signifikant höher angesetzt.

Beide Revisionen sind auf den Anstieg der Rohölpreise zurückzuführen.

Ab Fiskaljahr 2027 erwartet die BoJ eine moderate Erholung des Wachstums, da die negativen Effekte der hohen Ölpreise nachlassen und sich ein positiver Kreislauf von Einkommen zu Ausgaben verstärkt.

Die Risiken für die Wirtschaftstätigkeit sind abwärts gerichtet, die Inflationsrisiken aufwärts.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Auswirkungen der Lage im Nahen Osten auf Finanzmärkte und Japans Wirtschaft.

Externe Schocks treffen Binnenwirtschaft

Die revidierte BoJ-Prognose unterstreicht Japans Anfälligkeit für globale Energieschocks, trotz binnenwirtschaftlicher Resilienz durch Lohnwachstum und staatliche Maßnahmen.

Die deutliche Anhebung der Inflationsprognose für 2026, gepaart mit dem Risiko einer weiteren Aufwärtsabweichung, erhöht den Druck auf die Geldpolitik.

Es bleibt abzuwarten, wie die BoJ auf die anhaltende Diskrepanz zwischen externen Schocks und dem angestrebten Preisstabilitätsziel reagieren wird.