Japans Wachstum verlangsamt sich, Inflation steigt auf 2,5-3,0%
Die Bank of Japan (BOJ) prognostiziert eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Japan für das Fiskaljahr 2026. Gleichzeitig erwartet sie, dass die Inflation im Fiskaljahr 2026 auf 2,5-3,0 Prozent ansteigen wird, hauptsächlich getrieben durch höhere Rohölpreise.
Ölpreis bremst Wachstum, treibt Inflation
Japans Wirtschaftswachstum dürfte sich im Fiskaljahr 2026 verlangsamen.
Der Anstieg der Rohölpreise, bedingt durch die Lage im Nahen Osten, wird voraussichtlich Unternehmensgewinne und Realeinkommen der Haushalte belasten.
Trotz dieser Dämpfung erwartet die BOJ ein moderates Wachstum, gestützt durch staatliche Maßnahmen, akkommodierende Finanzbedingungen und weiterhin hohe Unternehmensgewinne.
Ab dem Fiskaljahr 2027 soll sich das Wachstum wieder moderat beschleunigen, da die negativen Effekte der hohen Rohölpreise nachlassen und ein positiver Kreislauf von Einkommen zu Ausgaben sich intensiviert.
Die Teuerungsrate (VPI ohne frische Lebensmittel) wird im Fiskaljahr 2026 voraussichtlich zwischen 2,5 und 3,0 Prozent liegen, da die Rohölpreise die Energie- und Warenpreise in die Höhe treiben und Lohnsteigerungen weitergegeben werden.
Danach soll die Rate im Fiskaljahr 2027 auf 2,0-2,5 Prozent und im Fiskaljahr 2028 auf rund 2 Prozent sinken.
Die zugrunde liegende Inflation wird sich schrittweise dem 2-Prozent-Ziel nähern.
Zwischen Ölpreis und robustem Arbeitsmarkt
Im Vergleich zum vorherigen Ausblick wurde die reale BIP-Wachstumsrate für das Fiskaljahr 2026 nach unten korrigiert, während die VPI-Inflationsrate für dasselbe Jahr deutlich höher prognostiziert wird – beides als Folge der gestiegenen Rohölpreise.
Aktuell erholt sich Japans Wirtschaft moderat, zeigt jedoch teilweise Schwächen, beeinflusst durch die Situation im Nahen Osten.
Exporte und Industrieproduktion stagnieren tendenziell, während Unternehmensgewinne hoch bleiben und die Geschäftsstimmung günstig ist.
Die privaten Konsumausgaben sind widerstandsfähig, unterstützt durch eine verbesserte Beschäftigungs- und Einkommenssituation, obwohl sie von Preisanstiegen betroffen sind.
Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, und die Finanzbedingungen sind akkommodierend.
Inflationsrisiko im Vordergrund
Die BOJ sieht erhebliche Risiken für ihren Ausblick, insbesondere durch die Lage im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die Märkte.
Für das Fiskaljahr 2026 sind die Risiken für die Wirtschaftstätigkeit abwärts, jene für die Inflation jedoch aufwärts gerichtet.
Angesichts der sich dem Ziel nähernden Kerninflation muss die BOJ eine deutliche Überschreitung des Inflationsziels verhindern.