BOJ-Studie: Lieferengpässe treiben Inflation nichtlinear an
Eine neue Studie der Bank of Japan (BOJ) zeigt, dass Lieferengpässe die Inflation in Japan über persistente und nichtlineare Effekte verstärken. Die Autoren betonen die Bedeutung von Technologie und Arbeitskräftemobilität zur Minderung dieser Effekte.
Verstärkte Effekte durch Faktorpreise und Nachfrage
Die Analyse der BOJ-Ökonomen Ko Adachi, Yoshiyuki Kurachi, Masato Okamoto, Tomohiro Sugo und Akitoshi Toyoda identifiziert zwei Hauptkanäle, über die Lieferengpässe die Inflation in Japan beeinflussen.
Erstens hatten die Verknappung von Arbeitskräften und Materialien einen anhaltenden Einfluss auf die Inflationsrate, primär durch steigende Faktorpreise.
Zweitens trugen die Engpässe am Arbeitsmarkt durch nichtlineare Effekte zur jüngsten Inflationszunahme bei, indem sie die Nachfrageelastizität der Preise verstärkten.
Die Ergebnisse deuten zudem darauf hin, dass persistente Lieferengpässe in Verbindung mit akkommodierenden Finanzbedingungen zu einem Anstieg der Inflationserwartungen führten.
Die Studie kombiniert empirische und theoretische Perspektiven, um diese komplexen Dynamiken zu beleuchten.
Zunehmende Inflation durch Arbeitskräftemangel
Die Studie hebt hervor, dass die inflationären Drücke durch sich intensivierende Lieferengpässe in den letzten Jahren häufiger und signifikanter geworden sind.
Eine weitere Verschärfung der Arbeitskräftemangel könnte zukünftig einen nichtlinear verstärkenden Effekt auf den Inflationsdruck haben.
Dies unterstreicht die Notwendigkeit proaktiver Maßnahmen.
Die Autoren schlagen vor, technologischen Fortschritt – insbesondere die Einführung von KI – durch unternehmensbasierte Initiativen und staatliche Politik zu fördern.
Zudem sei die Erleichterung der Arbeitskräftemobilität über Branchen und Unternehmen hinweg entscheidend, um die Lieferengpässe in Japan zu mildern und die Inflationsrisiken zu begrenzen.
Technologie als Schlüssel zur Entschärfung
Die BOJ-Studie liefert eine fundierte Analyse der komplexen Inflationsdynamik in Japan, die über konventionelle Erklärungen hinausgeht.
Ihre Betonung von Technologie und Arbeitskräftemobilität als Gegenmittel ist ein klarer Aufruf zum Handeln.
Ohne diese strukturellen Anpassungen drohen persistente Inflationsrisiken, die über konventionelle Geldpolitik hinausgehen und langfristige Herausforderungen für die japanische Wirtschaft darstellen.