BOJ-Studie: Japans Konsumenten reagieren weniger auf Preise
Eine neue Studie der Bank of Japan (BOJ) zeigt, dass japanische Konsumenten in den letzten Jahren weniger preissensitiv geworden sind. Dies ist maßgeblich auf die gestiegene Erwerbsbeteiligung von Frauen zurückzuführen.
Stabile Aggregate, dynamische Details
Diese Studie der Bank of Japan (BOJ) analysiert die Dynamik von Nachfragefunktionen für eine breite Palette von Konsumgütern in Japan über drei Jahrzehnte.
Mittels hochgranularer Point-of-Sale (POS)-Daten und maschineller Lernverfahren schätzen die Ökonomen Ryotaro Todoroki und Kazuki Otaka zentrale Parameter wie Preiselastizität und Nachfragekrümmung.
Die Ergebnisse zeigen, dass die aggregierte mediane Preiselastizität und die Aufschläge (Markups) langfristig relativ stabil blieben, jedoch mit erheblicher Heterogenität zwischen den Produkten.
In den letzten Jahren ist jedoch ein leichter Rückgang des absoluten Wertes der medianen Preiselastizität und ein entsprechender Anstieg der Aufschläge zu beobachten.
Die Nachfragekrümmung stieg bis Mitte der 2010er Jahre an und nahm danach ab.
Erwerbsbeteiligung als Preistreiber
Die Panelanalyse der BOJ-Forscher deckt einen signifikanten Zusammenhang zwischen den geschätzten Nachfragefunktionsparametern und Schlüsselfaktoren wie der Erwerbsbeteiligung und der Marktkonzentration auf.
Insbesondere identifizieren sie den Anstieg der Erwerbsbeteiligung von Frauen als Haupttreiber für den jüngsten Rückgang sowohl der absoluten Preiselastizität als auch der Nachfragekrümmung.
Diese Befunde legen nahe, dass sozioökonomische Verschiebungen, wie die erhöhte Arbeitsmarktbeteiligung, das Konsumentenverhalten verändert haben könnten.
Dies führt zu einer verminderten Preissensitivität der Verbraucher, was weitreichende Implikationen für die Preisgestaltung von Unternehmen und die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen haben könnte.
Struktureller Wandel mit Folgen
Die Studie liefert einen wichtigen Einblick in die sich wandelnde Dynamik der Konsumentennachfrage in Japan.
Die Identifizierung der weiblichen Erwerbsbeteiligung als Schlüsselfaktor ist eine bemerkenswerte Erkenntnis, die über rein ökonomische Modelle hinausgeht.
Für die Geldpolitik bedeutet dies, dass traditionelle Annahmen über Preissensitivität möglicherweise neu bewertet werden müssen.