BoJ-Studie: Niedrige Erwartungen bremsten Japans Trendinflation
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BoJ-Studie: Niedrige Erwartungen bremsten Japans Trendinflation

Eine neue Studie der Bank of Japan (BoJ) untersucht die japanische Trendinflation. Sie zeigt, dass niedrige Inflationserwartungen und gedämpftes Realeinkommenswachstum die Teuerung über Jahrzehnte hinweg bremsten.

Erwartungen als Inflationsbremse

Die Trendinflation in Japan blieb über lange Zeit gedämpft, da die Öffentlichkeit ihre mittel- bis langfristigen Inflationserwartungen nach dem Platzen der Vermögenspreisblase in den frühen 1990er Jahren schrittweise senkte.

Dies ist ein zentrales Ergebnis einer neuen Studie der Bank of Japan, die eine Trend-Zyklus-BVAR-Zerlegung nutzt.

Die Autoren Ryuichiro Hirano, Yutaro Takano und Kosuke Takatomi belegen empirisch, dass diese Anpassung der Erwartungen maßgeblich zur Zurückhaltung der Teuerung beitrug.

Die Studie unterstreicht, wie tiefgreifend die psychologischen Effekte der Deflationserfahrung die Preisentwicklung beeinflussten und die BoJ vor große Herausforderungen stellten, ihr Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen.

Die Verankerung niedriger Erwartungen erwies sich als hartnäckiges Hindernis für eine nachhaltige Rückkehr zu stabiler Inflation.

Realeinkommen als zweiter Dämpfer

Die Analyse enthüllt zudem, dass ein gedämpftes Realeinkommenswachstum, insbesondere im Verhältnis zur Arbeits-produktivität und dem Arbeitskräfteangebot, zusätzlichen Abwärtsdruck auf die Trendinflation ausübte.

Dieser Effekt war besonders ausgeprägt in den 2000er Jahren bis in die frühen 2010er Jahre, einer Periode, in der die Trendinflation besonders stark gebremst wurde.

Die Forscher identifizieren strukturelle Faktoren der Wirtschaft als wichtige Determinanten für die langfristige Inflationsentwicklung.

Das Zusammenspiel dieser Faktoren verhinderte eine dynamischere Preisentwicklung, selbst als die BoJ aggressive Lockerungsmaßnahmen ergriff.

Ein Blick in Japans Inflations-DNA

Diese Studie liefert wertvolle Einblicke in die hartnäckigen Ursachen der japanischen Deflation.

Sie bestätigt die zentrale Rolle von Inflationserwartungen und strukturellen Faktoren für die Geldpolitik.

Für Zentralbanken weltweit ist dies eine Mahnung, die Verankerung von Erwartungen nicht zu unterschätzen.