BoJ erhöht Leitzins auf 1,0 Prozent, passt JGB-Käufe an
Die Bank of Japan (BoJ) erhöht den Leitzins auf rund 1,0 Prozent und passt ihre Anleihekäufe an. Vize-Gouverneur Himino begründet die Entscheidung mit steigender Inflation und moderater Wirtschaftserholung.
Zinsanhebung wegen Preisdruck
Die BoJ hat auf ihrer jüngsten geldpolitischen Sitzung den Leitzins auf rund 1,0 Prozent angehoben.
Diese Entscheidung erfolgte angesichts einer moderaten, wenn auch verlangsamten Wirtschaftserholung und eines erwarteten Anstiegs der Inflation.
Der Vize-Gouverneur Himino Ryozo erklärte, dass die jährliche Inflationsrate (ohne frische Lebensmittel) zuletzt bei etwa 1,5 Prozent lag, aber voraussichtlich auf deutlich über 2 Prozent beschleunigen wird.
Dies ist hauptsächlich auf steigende Rohölpreise zurückzuführen, die die Energie- und Warenpreise in die Höhe treiben.
Die zugrunde liegende Kerninflation wird voraussichtlich bis zum zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 und dem Geschäftsjahr 2027 das Preisstabilitätsziel von 2 Prozent erreichen.
Die BoJ beurteilte es als angemessen, den Grad der geldpolitischen Akkommodierung anzupassen, um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Auswirkungen der Lage im Nahen Osten auf Finanz- und Devisenmärkte sowie auf Japans Wirtschaft und Preise.
Auch die globale KI-Nachfrage und Wechselkursentwicklungen sind Risikofaktoren.
Anleihekäufe und künftige Schritte
Neben der Zinsanhebung hat die BoJ auch ihre Strategie für japanische Staatsanleihen (JGB) überprüft.
Der bestehende Reduktionsplan für JGB-Käufe wird bis März 2027 beibehalten.
Ab April 2027 wird die BoJ monatlich JGBs im Wert von etwa 2 Billionen Yen kaufen.
Für die zukünftige Geldpolitik kündigte die BoJ an, den Leitzins und den Grad der geldpolitischen Akkommodierung weiter anzupassen.
Dies wird in Reaktion auf die Entwicklungen der Wirtschaftsaktivität, der Preise und der Finanzbedingungen geschehen.
Der Zeitpunkt und das Tempo der Anpassungen werden sorgfältig abgewogen, insbesondere unter Berücksichtigung der Lage im Nahen Osten.
Das Finanzsystem Japans bleibt insgesamt stabil.
Schrittweise Normalisierung
Die BoJ signalisiert mit diesem Schritt eine vorsichtige, aber entschlossene Bewegung hin zur geldpolitischen Normalisierung, die anhaltende Inflationsrisiken anerkennt.
Obwohl die Zinsanhebung bedeutsam ist, zeigt das Festhalten an einer schrittweisen Anpassung und fortgesetzten Anleihekäufen den Wunsch, Marktstörungen zu vermeiden.
Dieser Ansatz balanciert das Bedürfnis nach Preisstabilität mit der Notwendigkeit, eine sich noch erholende Wirtschaft zu unterstützen.