BOJ-Sitzung: Debatte über Zinsanhebung und Nahost-Risiken
Die Bank of Japan (BOJ) diskutierte auf ihrer März-Sitzung über den Zeitpunkt weiterer Zinsanhebungen und die Risiken durch die Lage im Nahen Osten. Trotz moderater Erholung und steigender Löhne bleiben die Unsicherheiten hoch.
Wirtschaft erholt sich, Inflation steigt moderat
Japans Wirtschaft erholt sich moderat, wenngleich punktuell Schwächen sichtbar sind.
Die Aussichten bleiben positiv, gestützt durch staatliche Maßnahmen und akkommodierende Finanzbedingungen.
Die jährlichen Frühjahrs-Lohnverhandlungen zeigen, dass viele Großunternehmen den Forderungen der Gewerkschaften weitgehend nachgekommen sind, was auf anhaltend stabile Lohnsteigerungen hindeutet.
Die zugrunde liegende Verbraucherpreisinflation (CPI) dürfte moderat ansteigen, da der Mechanismus des Zusammenspiels von Löhnen und Preisen intakt bleibt.
Im zweiten Halbjahr des Projektionszeitraums wird die Kerninflation voraussichtlich mit dem Preisstabilitätsziel von 2 Prozent übereinstimmen.
Die Lage im Nahen Osten und der damit verbundene Anstieg der Rohölpreise stellen jedoch ein Risiko dar, dessen Auswirkungen auf Märkte und Wirtschaft sorgfältig zu beobachten sind.
Bislang wurden übermäßige Reaktionen in Japan eingedämmt.
Zinsanhebungen: Geduld vs. Handlungsdruck
Im BOJ-Rat herrscht Uneinigkeit über den Zeitpunkt weiterer Zinsanhebungen.
Einige Mitglieder sehen angesichts niedriger Realzinsen und verbesserter Wirtschafts- und Preisentwicklung die Notwendigkeit, die monetäre Akkommodation anzupassen.
Sie argumentieren, dass bisherige Erhöhungen die Finanzbedingungen kaum gestrafft haben.
Andere mahnen zur Geduld und zur Beibehaltung des aktuellen Leitzinses, insbesondere wegen der erhöhten Unsicherheiten im Nahen Osten und der verschlechterten Marktstimmung.
Die Entscheidung über den Zeitpunkt weiterer Erhöhungen sollte von der Entwicklung der Löhne, Preise und Finanzbedingungen abhängen.
Das Risiko, den Entwicklungen hinterherzuhinken, wird als hoch eingeschätzt.
Ein Drahtseilakt für die BOJ
Die BOJ steht vor einem komplexen Dilemma: Einerseits muss sie die wirtschaftliche Erholung stützen und die Lohn-Preis-Spirale festigen.
Andererseits drohen externe Schocks aus dem Nahen Osten und eine Yen-Abwertung die Inflation erneut anzuheizen.
Der schmale Grat zwischen notwendiger Straffung und dem Risiko einer verfrühten Drosselung wird die Geldpolitik in den kommenden Monaten maßgeblich bestimmen.