Kincaid: Genossenschaften brauchen modernen Schutz
CBI-Vize Colm Kincaid fordert Genossenschaften auf, sich auf den neuen Verbraucherschutzkodex einzustellen. Dieser sei maßgeschneidert für eine digitalisierte Finanzlandschaft und stärke die Mitgliederinteressen.
Der neue Kodex für eine digitale Ära
Der modernisierte Verbraucherschutzkodex (CPC 2025) der Central Bank of Ireland (CBI), der am 24. März 2026 in Kraft trat, wird auf das gesamte Spektrum der Genossenschaftsaktivitäten ausgeweitet.
Bislang galten für Genossenschaftsmitglieder nicht immer die gleichen gesetzlichen Schutzbestimmungen wie für Bankkunden, beispielsweise bei Hypotheken.
Kincaid betonte, der Kodex sei speziell für eine zunehmend digitale Landschaft entwickelt worden, in der eine größere Vielfalt von Unternehmen Finanzdienstleistungen und -beratung anbietet.
Er sei somit maßgeschneidert für einen Genossenschaftssektor, der seine Dienstleistungen in einem digitalen Umfeld erweitern und gleichzeitig seine Kernwerte bewahren möchte.
Die CBI schließt derzeit die Bewertung der Stellungnahmen zur Anwendung des Kodex auf Genossenschaften ab.
Genossenschaften im digitalen Wandel
Genossenschaften nehmen eine einzigartige und wertvolle Stellung in Irlands Wirtschaftslandschaft ein und versorgen 4,25 Millionen Mitglieder.
Sie sind ein wichtiger Teil des Finanzsystems, den die CBI systemisch betrachtet.
Kincaid hob hervor, dass Genossenschaften sich anpassen müssen, um den Anforderungen der digitalen Transformation gerecht zu werden.
Der Wandel durch Technologie sei tiefgreifender als je zuvor und gestalte Dienstleistungen sowie Konsumentenerwartungen neu.
Die Konkurrenz komme nicht mehr nur von lokalen Banken.
Um in diesem Umfeld zu wachsen, müssen Genossenschaften ihre Reife weiterentwickeln, um den Mitgliederanforderungen, operativen Notwendigkeiten und regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden.
Die CBI wird in Kürze eine Konsultation zu einem Regulierungsrahmen für Shared Service Organisationen (CUSOs) starten.
Finanzbildung: Chance oder Bürde?
Kincaid ermutigte die Genossenschaften, eine größere Rolle bei der Förderung der Finanzkompetenz und des finanziellen Wohlergehens ihrer Mitglieder zu spielen.
Die Forderung ist zwar im Genossenschaftsgesetz von 1997 verankert, doch die praktische Umsetzung bleibt eine Herausforderung.
Angesichts des steigenden Wettbewerbs und der regulatorischen Last könnte dies als zusätzliche Bürde wahrgenommen werden.
Der Mehrwert für die Mitglieder muss klar kommuniziert werden, um die nötigen Ressourcen zu rechtfertigen.