Makhlouf: EZB-Rat hält Leitzins bei 2 Prozent – Geduld trotz Inflation
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Makhlouf: EZB-Rat hält Leitzins bei 2 Prozent – Geduld trotz Inflation

Der EZB-Rat hat den Einlagenzins bei seiner Sitzung in Frankfurt zum fünften Mal in Folge seit Juni 2025 bei 2,0 Prozent belassen. Gabriel Makhlouf von der irischen Zentralbank betont, dass die Inflation trotz eines leichten Unterschreitens der Projektionen im Januar auf Kurs zum Ziel bleibt.

Trotz Unterschreiten: Inflation auf Zielkurs

Der EZB-Rat hat den Einlagenzins zum fünften Mal in Folge seit Juni 2025 bei 2,0 Prozent belassen.

Gabriel Makhlouf, Gouverneur der irischen Zentralbank, erklärte, dass die Inflation im Euroraum trotz eines leichten Unterschreitens der jüngsten Daten – die Headline-Inflation lag im Januar bei 1,7 Prozent – im Einklang mit den Projektionen bleibe.

Die Kerninflation, ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelkomponenten, betrug 2,2 Prozent.

Makhlouf betonte, dass dies im Einklang mit dem Preisstabilitätsziel von 2 Prozent mittelfristig stehe, 'wenn sich das makroökonomische Umfeld weiterhin im Einklang mit unseren Projektionen entwickelt'.

Er warnte jedoch vor einem 'großen Wenn' angesichts des unsicheren geopolitischen Umfelds.

Es sei wichtig, sich nicht auf einen Zinspfad festzulegen, um flexibel auf Ereignisse reagieren zu können, die die Inflation dauerhaft vom Ziel abweichen lassen könnten.

Dienstleistungen treiben, Energie bremst

Die Inflationsentwicklung im Euroraum bleibt heterogen.

Die Dienstleistungsinflation sank im Januar auf 3,2 Prozent, nähert sich aber dem von Makhlouf als zielkonform erachteten Niveau von 3 Prozent.

Arbeitskosten bleiben ein potenzieller Preistreiber, obwohl sich das Lohnwachstum moderiert hat.

Energiepreise fielen im Jahresvergleich um 4,1 Prozent.

Nahrungsmittelinflation lag bei 2,7 Prozent, Güterinflation bei 0,4 Prozent.

Die Wirtschaft des Euroraums wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent, leicht über den Erwartungen.

Das BIP-Wachstum für 2025 betrug 1,5 Prozent.

Spanien und Deutschland zeigten robustes Wachstum, was ein leichtes Aufwärtsrisiko für die Wachstumsprognosen 2026 impliziert.

Wachstum anaemisch, Reformen dringend

Trotz der jüngsten Erholung bleibt das Wachstum im Euroraum historisch betrachtet anaemisch und maskiert strukturelle Schwächen in einigen Ländern.

Das niedrige Potenzialwachstum ist angesichts demografischer Herausforderungen und schwacher Produktivität besorgniserregend.

Makhloufs Forderung nach dringender Umsetzung der Draghi- und Letta-Berichte unterstreicht die Notwendigkeit tiefgreifender Reformen für eine zukunftsfähige europäische Wirtschaft.