CBI-Studie: Wettbewerb im irischen Kreditmarkt breiter als gedacht
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CBI-Studie: Wettbewerb im irischen Kreditmarkt breiter als gedacht

Eine neue Studie der irischen Zentralbank (CBI) zeigt: Der Wettbewerb im irischen Kreditmarkt ist trotz Bankenabgängen breiter als angenommen. Nicht-Banken, Kreditgenossenschaften und Auslandsbanken reduzieren die Marktkonzentration erheblich.

Jenseits der großen Drei: Geringere Konzentration

Die Studie der CBI analysiert umfassende Daten des Central Credit Register von 2019 bis 2025 und korrigiert die Wahrnehmung einer hohen Marktkonzentration.

Obwohl der Abzug von Ulster Bank und KBC Bank Bedenken schürte, zeigen die Ergebnisse, dass die aggregierte Marktkonzentration erheblich niedriger ist und sogar abgenommen hat, sobald Nicht-Banken (NBLs), Kreditgenossenschaften und Auslandsbanken einbezogen werden.

Im Geschäftssegment fällt der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) für Neukredite um etwa die Hälfte, wenn alle Kreditgebertypen berücksichtigt werden.

Im Konsumentenkreditbereich sinkt die Konzentration sogar um fast 80 Prozent.

Auch im KMU-Segment spielen NBLs und Auslandsbanken eine wichtige Rolle, indem sie die Konzentration im Vergleich zu reinen Inlandbanken halbieren.

Im gewerblichen Hypothekensegment, das von NBLs dominiert wird, ist die Konzentration ebenfalls deutlich niedriger, obwohl sie seit 2024 gestiegen ist.

Im Wohnungsbauhypothekenmarkt bleibt die Konzentration moderat erhöht, begann aber 2025 wieder zu sinken.

Integrierter Markt statt Segmentierung

Die Analyse widerlegt die Annahme eines fragmentierten Kreditmarktes.

Etwa ein Drittel der irischen Unternehmen – und 40 Prozent der KMU – nutzen Kredite von mehreren Kreditgebertypen.

Typischerweise kombinieren sie eine Kernbeziehung zu einer Inlandbank mit Nicht-Banken-Krediten.

Die Beziehungen zu Nicht-Banken erweisen sich dabei als ebenso dauerhaft und stabil wie die zu Inlandbanken.

Dies deutet darauf hin, dass der Nicht-Banken-Sektor für viele Unternehmen eine komplementäre Finanzierungsquelle darstellt und nicht nur eine kurzfristige Überbrückung.

Diese quantitative Evidenz bestätigt frühere Analysen des Finanzministeriums und der CBI, die Nicht-Banken als potenzielle Quelle für Wettbewerbsdruck und zur Erweiterung des KMU-Zugangs zu Finanzierungen sahen.

Preis­dif­fe­ren­zie­rung statt Marktmacht

Die Studie liefert eine wichtige Korrektur der öffentlichen Wahrnehmung, die sich zu stark auf traditionelle Banken konzentriert.

Sie zeigt, dass die Vielfalt der Kreditgeber ein robustes und integriertes System schafft, das über reine Preiskonkurrenz hinausgeht.

Für die Finanzstabilität ist dies ein positives Signal, da es die Abhängigkeit von wenigen Großbanken reduziert und alternative Finanzierungsquellen stärkt.