Irland braucht Jahrzehnt höherer Investitionen für Resilienz und Wachstum
Vasileios Madouros, stellvertretender Gouverneur der irischen Zentralbank (CBI), fordert ein Jahrzehnt höherer Inlandsinvestitionen. Dies sei entscheidend, um die Wirtschaft Irlands angesichts struktureller Veränderungen zu stärken und widerstandsfähiger zu machen.
Irlands Wirtschaft: Resilient, aber mit Investitionslücke
Die irische Wirtschaft zeigte sich trotz globaler Unsicherheiten resilient und wuchs 2025 um geschätzte 4,8 Prozent (modifiziertes Nationaleinkommen GNI*).
Die Arbeitslosigkeit bleibt mit rund 5 Prozent historisch niedrig.
Dennoch dominieren Abwärtsrisiken, insbesondere durch geopolitische Verschiebungen und zunehmende angebotsseitige Engpässe, vor allem in der Infrastruktur.
Diese Faktoren limitieren das Wachstumspotenzial.
Trotz des starken Wirtschaftswachstums der letzten Jahre waren die Investitionen in zentrale inländische Sektoren verhalten.
In den letzten zehn Jahren trugen Investitionen nur etwa 20 Prozent zum Wachstum des potenziellen Outputs bei, was der Hälfte des historischen Durchschnitts entspricht.
Dies deutet auf eine Investitionslücke hin, die für die zukünftige Stärke der Wirtschaft adressiert werden muss.
Sektorale Investitionsbremsen
Sektoral betrachtet, litten öffentliche Investitionen nach der Finanzkrise unter starken Kürzungen, was die Infrastruktur belastet.
Haushalte investieren ebenfalls unterdurchschnittlich, primär aufgrund der langsamen Erholung des Wohnungsangebots: 36.500 neue Häuser im Vorjahr stehen einem Bedarf von 50.000 bis 55.000 gegenüber.
Bei Unternehmen treiben multinationale Konzerne die Investitionen, während inländische Firmen mit 7.500 Euro pro Mitarbeiter 25 Prozent unter dem EU-Durchschnitt liegen.
Diese Lücke konzentriert sich auf wissensbasiertes Kapital und wird durch Unsicherheit verstärkt, nicht durch Kreditengpässe.
Investition als Zukunfts-Imperativ
Madouros' Rede unterstreicht die unumgängliche Notwendigkeit strategischer Investitionen, um Irlands strukturelle Herausforderungen zu meistern.
Die Analyse zeigt klar auf, dass ohne gezielte Maßnahmen in Infrastruktur, Wohnungsbau und wissensbasiertes Kapital die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit gefährdet ist.
Dies erfordert jedoch schwierige politische Entscheidungen und eine konsequente Priorisierung, um die Weichen für nachhaltiges Wachstum zu stellen.