Makhlouf: Geopolitik, KI und Digitalisierung prägen EZB-Sitzung
Gabriel Makhlouf, Gouverneur der irischen Zentralbank, reflektiert über die jüngsten Treffen des IWF und des EZB-Rats. Geopolitische Unsicherheiten, KI und digitale Finanzinnovationen dominieren die geldpolitische Agenda.
Geopolitische Schatten über Wachstum und Stabilität
Die Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington wurde von globalen Unsicherheiten überschattet.
Der Krieg im Nahen Osten bedroht das Wachstum und den Disinflationsprozess.
Abwärtsrisiken dominieren den Wachstumsausblick: Ein längerer Konflikt, geopolitische Fragmentierung oder erneute Handelsspannungen könnten das Wachstum erheblich schwächen und die Finanzmärkte destabilisieren.
Der IWF forderte die Politik auf, entschlossen zu handeln und die Widerstandsfähigkeit zu stärken, etwa durch die Sicherstellung operativer Liquiditätsfazilitäten.
Die vollständige Umsetzung des Basler Rahmenwerks und die Vermeidung von Regulierungsarbitrage sind entscheidend.
Im wachsenden Nichtbanken-Finanzsektor sind die Schließung von Datenlücken und eine verstärkte Aufsicht von kritischer Bedeutung.
Die irische Zentralbank (CBI) betrachtet die Stärkung der Finanzstabilität in diesem Sektor als fortlaufende Priorität.
KI und digitale Finanzen im Fokus
Die Digitalisierung war ein dominierendes Thema.
Jüngste KI-Entwicklungen rückten Cyberbedrohungen und die operative Widerstandsfähigkeit in den Vordergrund.
Rasante Fortschritte der KI erfordern kontinuierliche Investitionen von Finanzinstituten zum Schutz ihrer Systeme und zur Gewährleistung der Wiederherstellungsfähigkeit.
Die Auswirkungen auf Produktivität und Beschäftigung werden als potenziell groß, aber zeitlich verteilt eingeschätzt.
Digitale Finanzinnovationen, insbesondere im Zahlungsverkehr, waren ebenfalls zentral.
Diskussionen umfassten Stablecoins, tokenisierte Einlagen und digitale Zentralbankwährungen sowie deren Implikationen für die öffentliche Politik und grenzüberschreitende Regulierungsansätze.
Die irische Zentralbank (CBI) berücksichtigt dabei alle relevanten Perspektiven: Verbraucher, Investoren, Finanzstabilität und Makroökonomie.
Geduld ist gefragt, Risiken bleiben
Der EZB-Rat beließ den Einlagenzins bei 2 Prozent, doch die Risikolage hat sich verschärft.
Makhlouf äußert sich besorgt über ein 'höher-für-länger'-Szenario bei den Energiepreisen, das breitere und persistentere Inflation auslösen könnte.
Die EZB muss nun die indirekten Effekte und die Lohnentwicklung genau beobachten, um das Zwei-Prozent-Ziel mittelfristig zu sichern.