Makhlouf fordert echten Binnenmarkt zur Mobilisierung von Europas Ersparnissen
Gabriel Makhlouf, Gouverneur der irischen Zentralbank, fordert einen gestärkten europäischen Binnenmarkt, um die Ersparnisse des Kontinents für produktive Investitionen zu mobilisieren. Derzeit liegen fast 10 Billionen Euro auf Einlagenkonten, doch ein Großteil fließt ins Ausland.
Binnenmarkt als Schlüssel zur Kapitalmobilisierung
Die Mobilisierung von Europas Ersparnissen erfordert eine produktive und innovative Wirtschaft, die als echter Binnenmarkt funktioniert.
Dies schafft Wohlstand, der Kapital generiert und das langfristige Wohlergehen der europäischen Bürger unterstützt, so Gouverneur Gabriel Makhlouf.
Er betonte die kritische Notwendigkeit, Europas Binnenmarkt als Grundlage für die Nutzung der beträchtlichen Ersparnisse in einem zunehmend fragmentierten globalen Umfeld zu stärken.
Euro-Haushalte halten derzeit fast 10 Billionen Euro auf Einlagenkonten, wobei die Sparquoten über dem Niveau vor COVID-19 liegen.
Ein erheblicher Teil dieser Ersparnisse wird jedoch weiterhin außerhalb der Europäischen Union investiert.
Makhlouf stellte die Frage, warum die Renditen außerhalb Europas als höher wahrgenommen werden und was dagegen getan werden kann, und verwies dabei auf die Leistung der Realwirtschaft.
Barrieren abbauen, sichere Anlagen schaffen
Finanzmarktreformen allein können die Leistung der Realwirtschaft nicht ersetzen, so Makhlouf.
Er forderte die Stärkung der europäischen Wachstumsaussichten und die Vollendung des Binnenmarktes, insbesondere im Dienstleistungssektor.
Weitere Punkte waren der Aufbau effektiverer und integrierter Kapitalmärkte sowie die Aufrechterhaltung der makroökonomischen und institutionellen Stabilität.
Der Gouverneur betonte, der Binnenmarkt sei „unser mächtigstes und am wenigsten genutztes Gut“, da 30 Jahre nach seiner Schaffung noch erhebliche Barrieren, besonders bei Dienstleistungen, bestünden.
Deren Abbau würde die Produktivität steigern und die Entwicklung der europäischen Kapitalmärkte vorantreiben.
Makhlouf sprach sich zudem für ein europäisches sicheres Anlageinstrument aus, um den Abfluss europäischer Ersparnisse in Alternativen außerhalb der EU zu verhindern.
Dringender Appell mit bekannten Forderungen
Makhloufs Rede unterstreicht die seit Langem bekannten strukturellen Probleme Europas bei der Kapitalmobilisierung.
Obwohl die Forderung nach einem echten Binnenmarkt und einem europäischen Safe Asset nicht neu ist, gewinnt sie in einem fragmentierten globalen Umfeld an Dringlichkeit.
Die Herausforderung bleibt die politische Umsetzung dieser notwendigen Schritte.