Makhlouf beleuchtet Inflation, Wachstum und Geldpolitik in fragmentierter Welt
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Makhlouf beleuchtet Inflation, Wachstum und Geldpolitik in fragmentierter Welt

Gabriel Makhlouf, Gouverneur der Central Bank of Ireland, analysierte am 1. April 2026 bei MNI Connect die Herausforderungen für Inflation, Wachstum und Geldpolitik in einem fragmentierten globalen Umfeld.

Externe Schocks und Inflationsdruck

Makhlouf betonte die anhaltende Bedeutung externer Schocks für die Inflationsentwicklung.

Er verwies auf die Volatilität der Öl- und Gaspreise, die trotz voller EU-Gasspeicher weiterhin ein Risiko darstellten, wie die Charts zu WTI-Spotpreisen und TTF-Gaspreisen zeigten.

Auch die Entwicklung der Düngerpreise und Transportkosten, insbesondere für Diesel und Kerosin in der EU und den USA, beeinflusse die Teuerungsraten.

Die aktuellen EZB-Projektionen für Inflation und Wachstum, Stand März 2026, würden diese Faktoren berücksichtigen, doch die Unsicherheit bleibe hoch.

Die globale Fragmentierung verstärke die Anfälligkeit für solche Schocks und erschwere die Vorhersagbarkeit der Preisentwicklung, was eine präzise geldpolitische Reaktion erfordere.

Arbeitsmarkt und Lohnentwicklung im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt der Rede lag auf dem Arbeitsmarkt und der Lohnentwicklung.

Makhlouf präsentierte Daten zu offenen Stellen, die auf eine weiterhin angespannte Lage hindeuten, basierend auf Indeed Hiring Lab Daten bis zum 20. März 2026.

Er diskutierte die verschiedenen Lohnwachstumstracker und die aktuellen Prognosen der EZB für die Jahre 2026 bis 2028.

Dabei hob er hervor, wie sich das Lohnwachstum nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine entwickelt hat und welche Auswirkungen dies auf die mittelfristige Inflationsentwicklung haben könnte.

Die Interaktion zwischen Arbeitsmarkt, Lohnforderungen und Preisstabilität sei entscheidend für die geldpolitische Steuerung und erfordere genaue Beobachtung.

Geldpolitik im Spannungsfeld globaler Brüche

Die Rede unterstreicht die Komplexität der geldpolitischen Steuerung in einer Welt, die zunehmend von geopolitischen Spannungen und Lieferketten-Fragmentierung geprägt ist.

Traditionelle Modelle stoßen an ihre Grenzen, wenn externe Schocks die Binnenwirtschaft unvorhersehbar beeinflussen.

Für Zentralbanken bedeutet dies eine erhöhte Notwendigkeit zur Agilität und eine stärkere Fokussierung auf resiliente Wirtschaftsstrukturen.