McMunn: Irischer Fondssektor muss Resilienz stärken
Der irische Fondssektor ist mit 5,6 Bio. Euro der drittgrößte weltweit. Angesichts geopolitischer und technologischer Umwälzungen betont CBI-Vize-Gouverneur McMunn die Notwendigkeit von Resilienz und adaptiver Regulierung.
Globale Kräfte formen den Sektor neu
Der irische Fondssektor, mit 5,6 Billionen Euro verwalteter Vermögen und über 9.000 Fonds der drittgrößte weltweit, steht vor tiefgreifenden Veränderungen.
Geopolitische Verschiebungen wie neu konfigurierte Handelsbeziehungen und komplexe Sanktionsregime beeinflussen Portfolio-Konstruktion und Risikomanagement.
Gleichzeitig transformieren Künstliche Intelligenz (KI), Distributed-Ledger-Technologie (DLT) und Cloud Computing die Finanzdienstleistungen.
KI bietet Vorteile in Portfolio- und Risikomanagement sowie Compliance, wirft aber Fragen zu Erklärbarkeit, Rechenschaft und Bias auf.
Tokenisierung verspricht Effizienz bei Abwicklung und Transparenz.
Die Zentralbank von Irland (CBI) sieht Technologie als Enabler, betont jedoch die Notwendigkeit robuster Governance und Risikomanagement, um die Vorteile nachhaltig zu nutzen und Risiken zu managen.
Die Kombination aus KI und Tokenisierung birgt transformatives Potenzial für ein effizienteres Ökosystem, erfordert aber proaktive Anpassung und sorgfältige Governance.
Widerstandsfähigkeit im Fokus
Die Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Nichtbanken-Finanzsektors ist eine Kernpriorität der CBI.
Lehren aus jüngsten Marktstörungen wie der 'Dash for Cash'-Episode, der LDI-Krise und den Turbulenzen im April 2025 haben die Notwendigkeit erhöhter Liquidität und besserer Liquiditätsmanagement-Tools unterstrichen.
Die CBI hat national makroprudenzielle Maßnahmen für Immobilien- und Sterling-LDI-Fonds eingeführt und arbeitet international eng zusammen.
Eine aktuelle Konsultation mit AMF und CSSF legt nationale Leitlinien für Liquiditätsniveaus von Geldmarktfonds (MMF) fest, um die Resilienz des Sektors weiter zu stärken.
Dies ergänzt die Arbeit der Europäischen Kommission und reagiert auf die Erfahrungen vergangener Krisen.
Governance als Prüfstein
Resilienz geht über Liquidität und Leverage hinaus; sie umfasst die Qualität der Governance, die Strenge von Stresstests und die Robustheit operativer Vorkehrungen.
'Die wahre Messlatte für einen Governance-Rahmen ist, wie er sich bei sich verschlechternden Bedingungen bewährt,' betonte McMunn.
Dies ist entscheidend, da die Fähigkeit, unter Druck schwierige Entscheidungen zu treffen, die Stabilität des Sektors sichert.